• Die Freilassung eines Gefangenen

    Beim Prozess Jesu vor Pontius Pilatus versucht der römische Statthalter, den Passahbrauch der Freilassung eines Gefangenen zu nutzen, um Jesus nicht verurteilen zu müssen. Er schlägt der Menge vor, zwischen Jesus und Barabbas, einem berüchtigten Verbrecher, zu wählen, in der Überzeugung, das Volk werde die richtige Wahl treffen. Das Eingreifen seiner Frau verstärkt sein Zögern. Diese Szene, die in allen vier Evangelien bezeugt ist, zeigt die Manipulation durch die religiösen Autoritäten und weist theologisch auf die stellvertretende Erlösung voraus.

    Johannes 19.1-16 (Lutherbibel 1912) :
    Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn.Und die Kriegsknechte flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurkleid anund sprachen: Sei gegrüßt, lieber Judenkönig! und gaben ihm Backenstreiche.Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennt, daß ich keine Schuld an ihm finde.Also ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und ein Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch!Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige! Kreuzige! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmt ihr ihn hin und kreuzigt ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm.Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht.Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehrund ging wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesus: Woher bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort.Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich loszugeben?Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von obenherab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde.Von da an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läßt du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum König macht, der ist wider den Kaiser.Da Pilatus das Wort hörte, führte er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf hebräisch aber Gabbatha.Es war aber der Rüsttag auf Ostern, um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König!Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem! kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König denn den Kaiser.Da überantwortete er ihn, daß er gekreuzigt würde. Sie nahmen aber Jesum und führten ihn ab.
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  • Die Hartnäckigkeit des Hohen Rates, offizielle Verurteilung

    PER346 analysiert die offizielle Verurteilung Jesu durch Pontius Pilatus unter dem unnachgiebigen Druck des Hohen Rates. In Jerusalem fordert am Freitagmorgen die von den religiösen Führern aufgehetzte Menge die Kreuzigung. Pilatus, politisch in die Enge getrieben, gibt nach, obwohl es keinen stichhaltigen Grund gibt. Die Studie behandelt die Unregelmäßigkeiten des Prozesses und die chronologische Frage der „sechsten Stunde“ in Johannes 19.14 anhand eines synoptischen Zugangs zu den vier Evangelien.

    Johannes 18.39-40 (Lutherbibel 1912) :
    Ihr habt aber eine Gewohnheit, daß ich euch einen auf Ostern losgebe; wollt ihr nun, daß ich euch der Juden König losgebe?Da schrieen sie wieder allesamt und sprachen: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas aber war ein Mörder.
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  • Die verschiedenen Misshandlungen und die Geißelung

    PER347 analysiert die Geißelung und die Misshandlungen, die Jesus im Prätorium des Pontius Pilatus am Freitagmorgen der Passion zugefügt wurden. Diese standardisierte römische Praxis vor der Kreuzigung wird von soldatischem Spott begleitet (Dornenkrone, Purpurmantel). Der Artikel vergleicht die Berichte von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes in einem synoptischen Ansatz und hebt die institutionelle Gewalt Roms sowie die bewahrte Würde Jesu trotz der Schmähungen hervor.

    Markus 15.16-20 (Lutherbibel 1912) :
    Die Kriegsknechte aber führten ihn hinein in das Richthaus und riefen zusammen die ganze Scharund zogen ihm einen Purpur an und flochten eine dornene Krone und setzten sie ihm auf,und fingen an, ihn zu grüßen: Gegrüßet seist du, der Juden König!Und schlugen ihm das Haupt mit dem Rohr und verspeiten ihn und fielen auf die Kniee und beteten ihn an.Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpur aus und zogen seine eigenen Kleider an und führten ihn aus, daß sie ihn kreuzigten.
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  • Die Bemühungen des Pilatus, Jesus zu retten

    Die Perikope PER348 untersucht die wiederholten Versuche des Pontius Pilatus, Jesus beim Prozess vor dem Prätorium in Jerusalem an einem Freitagmorgen zu retten. Sie stützt sich hauptsächlich auf Johannes 19.4-15 und zeichnet die politischen und religiösen Zwänge nach, die Pilatus dazu bringen, Jesus trotz seiner Überzeugung von dessen Unschuld zu verurteilen. Diese Stelle offenbart die Spannung zwischen Gerechtigkeit, politischer Macht und religiöser Autorität während der Passion Christi.

    Johannes 19.14 (Lutherbibel 1912) :
    Es war aber der Rüsttag auf Ostern, um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König!
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  • Der Titulus des Pilatus

    Der Titulus des Pilatus ist die Tafel am Kreuz Jesu mit der Aufschrift 'Jesus von Nazareth, der König der Juden', verfasst auf Hebräisch, Lateinisch und Griechisch. Pilatus beharrt auf dieser Formulierung trotz des Protests der Hohenpriester und behauptet so eine symbolische Autorität, nachdem er bei der Verurteilung nachgegeben hat. Diese Handlung offenbart eine tragische Ironie: Die Inschrift verkündet öffentlich das Königtum Jesu genau im Augenblick seines Todes.

    Markus 15.20-41 (Lutherbibel 1912) :
    Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpur aus und zogen seine eigenen Kleider an und führten ihn aus, daß sie ihn kreuzigten.Und zwangen einen, mit Namen Simon von Kyrene, der vom Felde kam (der ein Vater war des Alexander und Rufus), daß er sein Kreuz trüge.Und sie brachten ihn an die Stätte Golgatha, das ist verdolmetscht: Schädelstätte.Und sie gaben ihm Myrrhe im Wein zu trinken; und er nahm's nicht zu sich.Und da sie ihn gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider und warfen das Los darum, wer etwas bekäme.Und es war um die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten.Und es war oben über ihm geschrieben was man ihm schuld gab, nämlich: Der König der Juden.Und sie kreuzigten mit ihm zwei Mörder, einen zu seiner Rechten und einen zur Linken.Da ward die Schrift erfüllet, die da sagt: “Er ist unter die Übeltäter gerechnet.”Und die vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Häupter und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel und baust ihn in drei Tagen!Hilf dir nun selber und steig herab vom Kreuz!Desgleichen die Hohenpriester verspotteten ihn untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Er hat anderen geholfen, und kann sich selber nicht helfen.Ist er Christus und König in Israel, so steige er nun vom Kreuz, daß wir sehen und glauben. Und die mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn auch.Und nach der sechsten Stunde ward eine Finsternis über das ganze Land bis um die neunte Stunde.Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: “Eli, Eli lama asabthani? das ist verdolmetscht: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?Und etliche, die dabeistanden, da sie es hörten, sprachen sie: Siehe er ruft den Elia.Da lief einer und füllte einen Schwamm mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und tränkte ihn und sprach: Halt, laßt sehen, ob Elia komme und ihn herabnehme.Aber Jesus schrie laut und verschied.Und der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von obenan bis untenaus.Der Hauptmann aber, der dabeistand ihm gegenüber und sah, daß er mit solchem Geschrei verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!Und es waren auch Weiber da, die von ferne solches sahen; unter welchen war Maria Magdalena und Maria, Jakobus des Kleinen und des Joses Mutter, und Salome,die ihm auch nachgefolgt waren, da er in Galiläa war, und gedient hatten, und viele andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren.
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  • Der Weg zum Berg Golgatha, Hilfe durch Simon von Kyrene

    PER350 untersucht den Weg Jesu zum Berg Golgatha, ausgehend vom Prätorium des Pilatus. Von der Geißelung geschwächt, kann Jesus sein Kreuz nicht mehr allein tragen. Simon von Kyrene wird von den Soldaten dazu gezwungen. Lukas erwähnt weinende Frauen in der Menge, Matthäus berichtet, dass Jesus ein betäubendes Getränk ablehnt. Markus nennt Simon als Vater von Alexander und Rufus, die in den ersten christlichen Gemeinden bekannt waren. Eine Synopse von Matthäus, Markus und Lukas beleuchtet diese Episode unmittelbar vor der Kreuzigung, die auf den Freitagmorgen gegen 9 Uhr datiert wird.

    Johannes 19.17 (Lutherbibel 1912) :
    Und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, welche heißt auf hebräisch Golgatha.
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  • Die Kreuzigung

    Die Perikope PER352 analysiert die Kreuzigung Jesu auf dem Berg Golgatha anhand der vier Evangelien. Sie datiert das Ereignis auf etwa 9 Uhr an einem Freitagmorgen und untersucht die Erfüllung der Prophezeiungen (Jesaja 53,12; Psalm 22,19), die technischen Einzelheiten der Kreuzigung, die königliche Inschrift und den Spott der Zeugen. Eine sorgfältige synoptische Lesart, die Geschichte, Chronologie und Theologie miteinander verbindet.

    Matthäus 27.39-43 (Lutherbibel 1912) :
    Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfeund sprachen: Der du den Tempel Gottes zerbrichst und baust ihn in drei Tagen, hilf dir selber! Bist du Gottes Sohn, so steig herab von Kreuz.Desgleichen auch die Hohenpriester spotteten sein samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen:Andern hat er geholfen, und kann sich selber nicht helfen. Ist er der König Israels, so steige er nun vom Kreuz, so wollen wir ihm glauben.Er hat Gott vertraut; der erlöse ihn nun, hat er Lust zu ihm; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn.
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