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Die Buße

Dieser WordPress-Beitrag widmet sich ‚ANN103 - Die Buße‘ und untersucht das Wort ‚repentance‘ anhand seiner lateinischen und griechischen Ursprünge. Er betont die Bedeutung der Buße, wie Johannes der Täufer sie predigte, und ihre grundlegende Rolle im christlichen Leben. Der Prozess der Buße umfasst eine tiefgreifende Veränderung des Denkens und der Haltung und ist für die Errettung entscheidend.

10 Min. Umkehr Johannes der Täufer Heil Veränderung 8 Verse 7 Bücher

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Einleitung

Wir haben dieses Thema angesprochen, als wir über die Herausforderungen für Johannes den Täufer sprachen. Viele Menschen kamen, um sich im Jordan taufen zu lassen, doch einige von ihnen verstanden Buße nicht als Voraussetzung für die Taufe. Johannes der Täufer erinnerte sie nachdrücklich daran, dass die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk allein nicht ausreichte, um zur Taufe zugelassen zu werden.

Ist diese Buße auch heute noch von Bedeutung?

Pastor Daniel Guillet hat freundlicherweise die Veröffentlichung seiner Studie gestattet, die das wahre Wesen der Buße eingehend untersucht. Wir haben seinen Text in mehrere Absätze gegliedert und Überschriften hinzugefügt, um die Lektüre und Veröffentlichung zu erleichtern.

I. Wie lässt sich der Begriff Buße definieren?

Dieses Wort hat schon viel Tinte fließen lassen, und zahlreiche Übersetzungen werden dafür vorgeschlagen!

Was hat es damit genau auf sich? Für viele ist dieses Wort überholt, ja geradezu altmodisch. Betrachtet man jedoch seine Herkunft, stellt man fest, wie ausdrucksstark sie ist. Das französische Wort ‚repentance‘ stammt nämlich vom lateinischen Verb ‚paenitere‘, das ‚unzufrieden sein‘ oder ‚Reue empfinden‘ bedeutet. Für eine genauere Betrachtung dieser Herkunft ist die unpersönliche Wendung dieses Verbs heranzuziehen: ‚me paenitet‘ bedeutet ‚ich habe nicht genug von …, ich bin nicht zufrieden mit …‘. Im klassischen Latein bedeutet ‚me paenitet‘ dann: ‚Ich empfinde Reue … ich bereue‘.

Es ist auch sehr aufschlussreich, die verwandten Wörter zu betrachten: das Substantiv ‚penuria‘, aus dem das französische ‚pénurie‘ hervorgegangen ist, ein Wort für äußersten Mangel, und das Adverb ‚paene‘, das ‚fast‘ bedeutet. Bekanntlich entsteht Unzufriedenheit gerade daraus, dass man ‚fast‘ glücklich ist, ‚fast‘ Frieden hat; man könnte sogar hinzufügen: ‚fast‘ gerettet ist. Solange der Mangel spürbar bleibt, führt man kein erfülltes Leben. Doch diese Unzufriedenheit ist letztlich die Triebkraft der Buße, die unerlässlich ist, um Errettung zu erfahren.

II. Welche Geheimnisse birgt das Griechische des Neuen Testaments?

Kommen wir nun zum griechischen Wort des Neuen Testaments. Es ist ein sehr umfassendes Wort, das sowohl den Ursprung der Buße als auch die Buße selbst hervorhebt. Das Verb ‚metanoô‘ bedeutet wörtlich ‚danach denken‘, daher ‚seine Meinung ändern, bereuen‘.

Der Gedanke der Veränderung steckt in der Vorsilbe und dem Adverb ‚meta‘. Im Französischen begegnet dieses Adverb in zusammengesetzten Wörtern wie ‚métamorphose‘, ‚métabolisme‘, ‚‘ usw.

Der griechische Text des Neuen Testaments enthält Verben wie ‚metameloumai‘: Reue empfinden, daher bereuen (Matthäus 27.3, 2. Korinther 7.8); ‚metaballo‘: seine Meinung ändern (Apostelgeschichte 28.6); ‚metamorphoô‘: verwandelt werden (Römer 12.2); ‚metastrephô‘: sich verwandeln (Apostelgeschichte 2.20, Jakobus 4.9); oder auch ‚metatithèmi‘: versetzt werden, verändert werden (Hebräer 7.12 und Judas 1.4). In all diesen Verben wird der Gedanke der Veränderung unmittelbar oder mittelbar ausgedrückt.

III. Allerdings tritt auch ein vielschichtigerer Gedanke hervor

Allerdings haben das Verb ‚metanoô‘ (Buße tun) und das Substantiv ‚metanoia‘ (Buße) ursprünglich eine feinere Bedeutung: Sie betont die Haltung, im Nachhinein zu denken oder nachzudenken. ‚Danach‘ ist die allgemeine Bedeutung des Adverbs ‚meta‘. Der Philosoph Demokrit (460–370 v. Chr.) gehörte zu den Ersten, die das Verb ‚metanoô‘ in diesem Sinne verwendeten.

Von ihm stammt der Satz: ‚Im Nachhinein zu denken (metanoô) ziemt sich nicht für einen weisen Mann. Besser wäre es, vorher nachzudenken (pronoô).‘ Das ist tatsächlich eine gute Sichtweise.

Bei der Buße liegt der Fall jedoch anders, denn das Nachdenken setzt nach einem Unbehagen, einer Unzufriedenheit oder dem Bewusstwerden der Sünde ein. Die Abscheu vor sich selbst treibt einen dazu, zum Herrn zu kommen und eine Vergangenheit voller Sünde und Elend zu bereuen, die diese Unzufriedenheit nur genährt hat.

IV. Die Schätze der griechischen Sprache

Das Verb ‚metanoô‘ und das Substantiv ‚metanoia‘ sind offensichtlich reichhaltiger, als es zunächst scheint.

In neueren Bibelübersetzungen wird ‚metanoia‘ mit ‚Sinnesänderung‘, ‚Änderung der inneren Haltung‘ oder ‚grundlegende Veränderung‘ wiedergegeben. Das ist gewiss nicht falsch, doch eine solche Übersetzung blendet alles aus, was dem vorausgegangen sein kann.

Man darf sich jedoch nicht allein auf die Folge der Buße konzentrieren. Es ist ebenso gut, zu berücksichtigen, was sie hervorruft. Man kann den Gedanken der Reue in der Buße ebenso wenig übergehen wie den konkreten Akt der Bekehrung, der sie hervorbringt.

Fazit

Zusammenfassend enthalten die griechischen Wörter ‚metanoô‘ und ‚metanoia‘ mehrere Aufrufe:

-Ein Aufruf, sich der Sünde bewusst zu werden, mit all der daraus entstehenden Unzufriedenheit und Reue: Das betrifft alles, was zuvor geschehen ist.

-Ein Aufruf zur Wiedergutmachung (Bitte um Vergebung, der Buße würdige Werke, Glaube an Jesus Christus und sein Erlösungswerk am Kreuz): Das betrifft alles, was währenddessen geschieht.

-Ein Aufruf zur Veränderung: Das betrifft alles, was danach geschehen wird.

Alles in allem berücksichtigt unser Wort ‚repentance‘ diese verschiedenen Dimensionen und hat den großen Vorteil, ausdrucksstark und umfassend zu sein.

Unter seinen weiteren Vorzügen gibt es einen, den man ihm niemals absprechen kann: seinen unbestreitbaren historischen Wert. Denn seit Jahrhunderten gehört das Wort ‚repentance‘ in allen christlichen Kreisen zum Wortschatz der Bekehrung. Schämen wir uns also dieses Wortes nicht!

Diese Studie wurde von Pastor Daniel GUILLET verfasst. Wir danken ihm für seine freundliche Mitwirkung.