Die Worte Jesu, des Messias: „Wahrlich, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht“ werfen seit langem zahlreiche Fragen auf...
Diese Antwort stützt sich auf unsere gesamte Reihe zur Chronologie des Lebens Jesu, des Messias, die insbesondere von der Prophezeiung der siebzig Wochen Daniels (Daniel 9.24-27) ausgeht.
Der vollständige Beweis unserer These zum Todesdatum des Messias wird dort ausführlich entfaltet, anhand von acht einander ergänzenden Studien, die biblische, historische und kalendarische Daten einbeziehen.
Um lange Wiederholungen zu vermeiden, wird diese Argumentation in der vorliegenden Antwort daher nicht in vollem Umfang wiederholt.
Die Worte Jesu, des Messias: „Wahrlich, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht“ (Matthäus 24.34 ; Markus 13.30 ; Lukas 21.32) werfen seit langem zahlreiche Fragen auf. Ein Freund hat uns kürzlich darauf angesprochen und wünschte Klarheit über den genauen Sinn dieser rätselhaften Aussage.
haben im Lauf der Geschichte der Bibelauslegung zu zahlreichen Deutungen Anlass gegeben. Die Hauptschwierigkeit liegt darin, dass die Rede Folgendes miteinander zu verbinden scheint:
Die Frage ist in der Tat wichtig: Von welcher Generation spricht Jesus genau? Sind es seine Zeitgenossen, die Generation, die die Ereignisse der Endzeit erlebt, oder eine eher symbolische Wirklichkeit? Wenn sich dieses Wort auf die letzten Zeiten bezieht, welches Ereignis ist dann als Ausgangspunkt dieser Generation anzusehen? Und schließlich: Wie viele Jahre umfasst eine Generation in der Sprache der Bibel?
Diese Fragen sind umso berechtigter, als die prophetische Rede Jesu mehrere eng miteinander verbundene Themen verflicht: die Zerstörung des Tempels in Jerusalem (Matthäus 24.1-2), die Vorzeichen des Endes (Lukas 21.25-28) sowie das Kommen des Menschensohnes in seiner Herrlichkeit (Matthäus 24.30). Diese Überlagerung naher und ferner Ereignisse macht die Auslegung bisweilen schwierig.
Unser Ziel in dieser Einleitung ist es nicht, sofort in eine ausführliche Beweisführung oder eine kontroverse Debatte einzusteigen, sondern lediglich, die Grundlagen für das Nachdenken zu legen. Die folgenden Kapitel sind einer eingehenden Untersuchung dieses Verses und der im Lauf der Geschichte der Bibelauslegung vorgeschlagenen Deutungen gewidmet. Wir werden den Zusammenhang der Rede, die Bedeutung des griechischen Begriffs, der mit „Generation“ übersetzt wird, sowie die chronologischen und prophetischen Folgerungen dieser Aussage Jesu, des Messias, untersuchen.
I. Der Zusammenhang dieses Verses
Der Vers: „Wahrlich, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht“ steht im Rahmen der großen prophetischen Rede, die Jesus, der Messias, auf dem gehalten hat. Um diese Aussage richtig zu verstehen, muss man unbedingt ihren unmittelbaren Zusammenhang und die Ereignisse betrachten, die zu diesem Wort führen.
Der Bericht beginnt, als Jesus den Tempel in Jerusalem verlässt. Jesus und seine Jünger befinden sich auf dem gegenüber von Jerusalem (Matthäus 24.3, Markus 13.3, Lukas 21.37).
Die Jünger lenken nun seine Aufmerksamkeit auf die Pracht der Gebäude (Matthäus 24.1 ; Markus 13.1 ; Lukas 21.5). Darauf kündigt Jesus ein erschütterndes Ereignis an:
Matthäus 24.2 ( 1912) :
Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch: Es wird hier nicht ein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht zerbrochen werde.
1912, domaine public — texte : eBible.org
Siehe auch Markus 13.2 und Lukas 21.6.
Diese Weissagung über die Zerstörung des Tempels beunruhigt die Jünger. Als sie auf dem angekommen waren, gegenüber dem Tempel (Markus 13.3), fragten sie Jesus im Verborgenen:
„Sage uns, wann wird das geschehen?“
„Was wird das Zeichen deines Kommens sein?“
„Und des Endes der Welt?“ (Matthäus 24.3).
Lukas formuliert die Frage etwas anders und legt dabei mehr Gewicht auf Jerusalem und die nahen geschichtlichen Ereignisse (Lukas 21.7).
Von da an entfaltet Jesus eine lange prophetische Rede, in der er Folgendes erwähnt:
falsche Christusse und religiöse Verführungen (Matthäus 24.4-5),
Kriege, Hungersnöte und Erdbeben (Matthäus 24.6-8),
die Verfolgung der Gläubigen (Matthäus 24.9-13),
die Verkündigung des Evangeliums (Matthäus 24.14),
den von Daniel angekündigten Greuel der Verwüstung (Matthäus 24.15 ; Daniel 9.27),
die Bedrängnis Jerusalems (Lukas 21.20-24),
die kosmischen Zeichen (Lukas 21.25-26),
und schließlich das Kommen des Menschensohnes in Herrlichkeit (Matthäus 24.29-31).
Nachdem er das vom gegeben hat, ein Sinnbild, an dem man das Herannahen der angekündigten Ereignisse erkennen kann (Matthäus 24.32-33 ; Markus 13.28-29 ; Lukas 21.29-31), spricht Jesus diese Worte:
Der unmittelbare Sinn des Gleichnisses
Matthäus 24.34 ( 1912) :
Wahrlich ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß dieses alles geschehe.
1912, domaine public — texte : eBible.org
Der Zusammenhang zeigt also, dass dieser Satz unmittelbar mit den zuvor beschriebenen prophetischen Zeichen verbunden ist. Die ganze Schwierigkeit besteht dann darin zu bestimmen:
was genau mit „dieser Generation“ gemeint ist;
und welche Ereignisse in dem Ausdruck „dies alles“ eingeschlossen sind.
Die Rede scheint nämlich nahe Ereignisse, wie die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70, mit ferneren endzeitlichen Ereignissen zu vermischen, die mit der herrlichen Wiederkunft Jesu, des Messias, verbunden sind (Matthäus 24.29-31). Gerade diese Verbindung von naher und zukünftiger Erfüllung erklärt die Vielfalt der Auslegungen, die Ausleger im Lauf der Geschichte vorgeschlagen haben.
II. Die verschiedenen Auslegungen
Dies ist wahrscheinlich die älteste und am weitesten verbreitete Auslegung.
Nach dieser Lesart bezeichnet „diese Generation“ die Zeitgenossen Jesu, das heißt die Menschen, die zu dem Zeitpunkt leben, als er diese Worte spricht. Das griechische Wort genea wird in den Evangelien häufig in diesem Sinn gebraucht:
„böses und ehebrecherisches Geschlecht“ (Matthäus 12.39),
„diese Generation“ (Lukas 11.29).
Selon cette approche, une partie importante des prophéties de s'accomplit avant la disparition de cette génération, notamment :
die Zerstörung des Tempels,
die Belagerung Jerusalems,
die Unruhen vor dem Jahr 70.
Diese Auslegung stützt sich darauf, dass Jerusalem und der Tempel tatsächlich etwa vierzig Jahre nach den Worten Jesu zerstört wurden.
Diese Lesart wirft jedoch eine Schwierigkeit auf: Manche Elemente der Rede scheinen die Ereignisse des Jahres 70 weit zu übersteigen, insbesondere:
die kosmischen Zeichen (Matthäus 24.29),
das sichtbare Kommen des Menschensohnes (Matthäus 24.30).
Manche schlagen daher eine doppelte Erfüllung vor: eine nahe Erfüllung im Jahr 70 und eine endgültige, noch zukünftige Erfüllung.
2. Der vollständige Präterismus
Eine radikalere Variante der vorigen Auslegung ist der vollständige Präterismus. Nach dieser Denkschule hat sich die gesamte Rede vom , einschließlich der kosmischen Zeichen und des Kommens des Menschensohnes, in den Ereignissen des Jahres 70 auf symbolische Weise erfüllt.
Nach dieser Lesart gilt:
Die kosmischen Zeichen stehen für den Umsturz der alten Ordnung,
das „Kommen“ des Menschensohnes bezeichnet sein Gericht über Jerusalem und nicht eine sichtbare leibliche Wiederkunft,
das „Ende der Welt“ (sunteleia tou aiōnos) bedeutet das Ende der Tempelzeit und des alten Bundes.
Die Vertreter dieser Sichtweise berufen sich insbesondere auf die prophetische Sprache des Alten Testaments, in der ähnliche Ausdrücke geschichtliche Gerichte beschreiben (Jesaja 13.10 ; Hesekiel 32.7).
Diese Auslegung hat das Verdienst, den unmittelbaren Charakter des Ausdrucks „diese Generation“ ernst zu nehmen. Sie stößt jedoch auf mehrere Schwierigkeiten:
Die christliche Tradition hat die Wiederkunft Christi mehrheitlich als ein zukünftiges und sichtbares Ereignis verstanden (Apostelgeschichte 1.11 ; 1. Thessalonicher 4.16-17),
manche Elemente der Rede lassen sich kaum auf eine rein symbolische Wirklichkeit zurückführen.
Wir machen uns diese Lesart nicht zu eigen, aber sie verdient der Vollständigkeit halber Erwähnung.
3. Die Generation der letzten Zeiten
In dieser zweiten Auslegung bezeichnet „diese Generation“ die Generation, die das Erscheinen der von Jesus angekündigten prophetischen Zeichen erleben wird.
Die Argumentation stützt sich insbesondere auf das vom :
Matthäus 24.33 ( 1912) :
Also auch wenn ihr das alles sehet, so wisset, daß es nahe vor der Tür ist.
1912, domaine public — texte : eBible.org
Jesus spräche somit nicht von seinen unmittelbaren Zeitgenossen, sondern von der Generation, die zu der Zeit lebt, in der die endzeitlichen Ereignisse tatsächlich beginnen.
Aus dieser Sicht:
wäre der Ausgangspunkt das Erscheinen der Zeichen,
und diese Generation würde die vollständige Erfüllung der Weissagungen erleben.
Diese Lesart ist in manchen evangelikalen und dispensationalistischen Kreisen verbreitet.
Sie setzt jedoch voraus, dass der Ausdruck „diese Generation“ eine künftige Generation bezeichnen kann, die zu dem Zeitpunkt, an dem Jesus spricht, noch unbekannt ist. Diese Auslegung bleibt sprachlich umstritten.
4. Das Wort „Generation“ im Sinn von „Volk“ oder „Geschlecht“
Manche Ausleger schlagen vor, das griechische Wort genea nicht mit „Generation“ im chronologischen Sinn zu übersetzen, sondern mit:
„Volk“,
„Geschlecht“,
oder „Abstammung“.
Nach dieser Lesart kündigte Jesus an, dass das jüdische Volk nicht verschwinden wird, bevor alle Weissagungen erfüllt sind.
Diese Auslegung versucht, die chronologischen Schwierigkeiten der Stelle zu lösen. Sie hebt hervor, dass das Volk Israel trotz Verfolgungen und Zerstreuungen tatsächlich durch die Jahrhunderte hindurch überlebt hat (Jeremia 31.35-37).
Dieses Verständnis bleibt jedoch umstritten, da das Wort genea in den Evangelien meist die Zeitgenossen einer Epoche bezeichnet und nicht ein ganzes Volk.
5. Eine moralisch gekennzeichnete Generation
Andere Ausleger meinen, dass Jesus von einer geistlichen oder moralischen Kategorie spricht:
einer ungläubigen,
aufsässigen,
gegen Gott gerichteten Generation.
Der Ausdruck „diese Generation“ würde dann eine vom Unglauben geprägte Menschheit bis zur endgültigen Erfüllung der prophetischen Ereignisse bezeichnen.
Dieser Gedanke stützt sich auf mehrere Stellen, an denen Jesus Folgendes verurteilt:
„ein böses Geschlecht“ (Matthäus 12.45),
„ein ungläubiges und verkehrtes Geschlecht“ (Matthäus 17.17).
In diesem Fall kündigte Jesus das Fortbestehen dieses geistlichen Widerstands bis zum Ende an.
6. Eine Verbindung mehrerer Erfüllungsebenen
Viele Forscher vertreten heute einen gemischten Ansatz.
Nach dieser Lesart:
betrifft ein Teil der Weissagungen unmittelbar Jerusalem und den Tempel,
während ein anderer Teil die Ereignisse vor der endgültigen Wiederkunft des Messias betrifft.
Die Rede würde dann wie eine Prophezeiung mit mehreren Horizonten funktionieren:
1- eine nahe geschichtliche Erfüllung,
2- danach eine fernere endzeitliche Erfüllung.
Dieser Ansatz versucht zu erklären, warum manche Einzelheiten dem Jahr 70 vollkommen zu entsprechen scheinen, während andere noch zukünftig wirken.
Eine nach wie vor umstrittene Frage
Der Vers bleibt schwierig, weil Jesus in ein und derselben Rede verbindet:
geschichtliche Wirklichkeiten,
geistliche Warnungen,
und prophetische Ankündigungen über das Ende.
Das Verständnis des Ausdrucks „diese Generation“ hängt daher weitgehend ab:
von der Art, wie man die prophetische Rede gliedert,
von der Bedeutung, die man dem Wort genea gibt,
und von der Verbindung zwischen naher und zukünftiger Erfüllung.
III. Unsere Auslegung
Die chronologischen Einzelheiten bleiben in der Rede Jesu, des Messias, auf dem teilweise verhüllt. Diese Rede weist jedoch einen Aufbau auf, der dem der Prophezeiung der siebzig Wochen Daniels (Daniel 9.24-27) vergleichbar ist. Daniel erwähnt nämlich nacheinander Ereignisse, die mit dem Messias zusammenhängen, und dann andere, die mit einem künftigen, Gott feindlichen Herrscher verbunden sind. Wir haben diese Frage bereits in der Studie CHR001 über den Propheten Daniel behandelt.
In seiner Rede auf dem verbindet Jesus, der Messias, ebenfalls zeitnahe und verhältnismäßig nahe Ereignisse mit anderen, die weit entfernt liegen. Es erscheint daher denkbar, dass sich eine erste Erfüllung auf die einschneidenden Ereignisse des Jahres 70 n. Chr. bezieht, als Titus, der Sohn des Kaisers Vespasian, Jerusalem und seinen Tempel gemäß den prophetischen Worten zerstörte (Lukas 21.20-24). Aus dieser Sicht könnte der „Fürst, der kommen wird“, den Daniel erwähnt (Daniel 9.26), in der Person des Titus eine erste geschichtliche Erfüllung finden.
Manche Aussagen Jesu scheinen jedoch über den Rahmen der Ereignisse des 1. Jahrhunderts hinauszugehen, insbesondere wenn er die Zeichen am Himmel und das herrliche Kommen des Menschensohnes erwähnt (Matthäus 24.29-31). Unter diesen Umständen sind wir der Ansicht, dass die Rede auch eine noch zukünftige endzeitliche Dimension besitzt. Wie in der Prophezeiung Daniels beschreibt Jesus die dazwischenliegende Zeit, die dem Zeitalter der Gemeinde entspricht, nicht im Einzelnen.
Dies sind die wichtigsten vorgeschlagenen Auslegungen.
1. Die Generation der Zeitgenossen Jesu
Nach diesem Ansatz könnte das vom (Matthäus 24.32-34) als Bild der nationalen Wiederherstellung Israels verstanden werden. Manche Ausleger sehen so in der Ausrufung des Staates Israel am 14. Mai 1948 ein bedeutendes prophetisches Ereignis, das dem „wieder grün werdenden “ entspricht. Diese Auslegung wird bisweilen mit den Worten des Propheten in Verbindung gebracht:
Jesaja 66.8 ( 1912) :
Wer hat solches je gehört? wer hat solches je gesehen? Kann auch, ehe denn ein Land die Wehen kriegt, ein Volk auf einmal geboren werden? Nun hat doch ja Zion ihre Kinder ohne Wehen geboren.
1912, domaine public — texte : eBible.org
Auf die Grenzen dieser Gegenüberstellung sei sogleich hingewiesen. Der Zusammenhang von Jesaja 66 betrifft die endgültige Wiederherstellung Zions und die geistliche Geburt eines Volkes im Rahmen des messianischen Reiches. Die unmittelbare Anwendung auf die Gründung eines modernen politischen Staates im Jahr 1948 ist daher eine mögliche Lesart, aber keine prophetische Selbstverständlichkeit. Andere Ausleger meinen, die Erfüllung von Jesaja 66.8 stehe noch aus oder werde sich in einem anderen geistlichen Rahmen vollziehen.
Ebenso sagt der Evangelientext nicht ausdrücklich, dass der Israel darstellt. Diese Gleichsetzung beruht auf einem Bündel von Indizien (der symbolischen Verwendung von an anderen Stellen der Schrift, dem Zusammenhang der Rede), bleibt aber eine Auslegung und ist keine unmittelbare Aussage des Textes.
Diese Lesart wirft weitere Fragen auf. Wenn die von Jesus erwähnte „Generation“ die Menschen bezeichnet, die 1948 bereits lebten, muss definiert werden, was eine Generation in der Sprache der Bibel genau darstellt. Die Schrift nennt unterschiedliche Zeitspannen, bisweilen nahe bei vierzig Jahren (4. Mose 32.13), bisweilen siebzig oder achtzig Jahre (Psalmen 90.10). Nun sind seit der Ausrufung des Staates Israel bis heute bereits mehr als achtundsiebzig Jahre vergangen.
Mehrere Fragen bleiben offen:
Welches Ereignis genau stellt das „Knospen“ dar? Die Ausrufung des Staates (1948)? Die Wiedervereinigung Jerusalems (1967)? Ein anderer Zeitpunkt?
Wer gehört zu „dieser Generation“? Die vor 1948 Geborenen? Diejenigen, die im Alter der Vernunft waren? Die bewussten Zeugen des Ereignisses?
Wenn man 80 Jahre als obere Grenze einer Generation ansetzt, wäre die Frist fast abgelaufen. Ist das nicht eine Art datierter Vorhersage?
Diese Unsicherheiten mahnen uns zur Vorsicht. Wenn diese Auslegung richtig ist, wäre es denkbar, dass sich die endgültige Erfüllung der von Jesus angekündigten Ereignisse in naher Zukunft vollzieht. Wir können dies jedoch nicht mit Gewissheit behaupten.
Jesus, der Messias, erinnert selbst daran, dass niemand genau den Tag noch die Stunde dieser Ereignisse kennt (Matthäus 24.36). Unser Ziel ist es also nicht, ein Datum festzulegen, sondern eine Auslegung zu prüfen, die uns mit der Gesamtheit der prophetischen Daten stimmig erscheint, und dabei ehrlich ihre Grenzen einzugestehen.
IV. Das Gleichnis vom Feigenbaum
Das vom steht unmittelbar vor der Aussage:
Es spielt daher eine wesentliche Rolle bei der Auslegung der prophetischen Rede Jesu, des Messias.
In seinem unmittelbarsten Sinn veranschaulicht das einfach den Gedanken der Vorzeichen.
So wie die neuen Blätter am den baldigen Sommer ankündigen, müssen die zuvor beschriebenen Ereignisse das Herannahen der prophetischen Erfüllung anzeigen.
Der Schwerpunkt liegt auf:
dem Beobachten der Zeichen,
und der Gewissheit, dass die angekündigten Ereignisse nahe sind.
Der Vergleich ist einfach: Blätter → Sommer nahe; prophetische Zeichen → Erfüllung nahe.
In diesem Rahmen fordert Jesus seine Jünger auf, die Zeiten zu unterscheiden (Lukas 21.28-31).
1. Der Feigenbaum als einfaches Bild aus der Natur
Viele Ausleger halten den hier für ohne besondere symbolische Bedeutung.
Jesus würde lediglich ein in Palästina vertrautes Bild verwenden: Der treibt im Frühling aus, und dieses Phänomen kündigt ganz natürlich den Sommer an.
Diese Lesart bleibt die vorsichtigste in exegetischer Hinsicht. Sie vermeidet es, jedes Element im zu einem komplexen prophetischen Symbol zu machen.
Aus dieser Sicht ist das Hauptthema nicht Israel, sondern das Erkennen der Zeichen. Lukas scheint übrigens in diese Richtung zu gehen, wenn er das Bild erweitert:
Lukas 21.29 ( 1912) :
Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume:
1912, domaine public — texte : eBible.org
Diese Präzisierung („und alle Bäume“) zeigt, dass die Lehre über den allein hinausgehen kann.
2. Der Feigenbaum als mögliches Symbol Israels
Andere Ausleger sehen im eine symbolische Darstellung Israels. Diese Vorstellung stützt sich auf mehrere Stellen des Alten Testaments, in denen Israel mit einem oder mit Feigen verglichen wird (Hosea 9.10, Joel 1.7, Jeremia 24.1-10).
Manche bringen dieses auch mit dem Fluch über den unfruchtbaren (Matthäus 21.18-19) in Verbindung, einem möglichen Sinnbild für das Gericht über das ungläubige Israel.
In manchen modernen, vor allem dispensationalistischen Auslegungen stünde das „Wiedergrünen“ am für die nationale Wiederherstellung Israels, die bisweilen mit der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 verbunden wird.
Toutefois, cette identification n'est pas explicite dans le texte. Le peut symboliser Israël dans d'autres contextes bibliques, mais rien dans ne l'affirme directement. L'ajout de Luc (« et tous les arbres ») affaiblit d'ailleurs cette lecture : si le représentait Israël de manière univoque, pourquoi ajouter les autres arbres ?
Manche entgegnen, der behalte seine traditionelle, mit Israel verbundene Symbolik, während „alle Bäume“ die anderen Nationen andeuteten. In der Schrift stellen Bäume bisweilen sinnbildlich Königreiche oder Völker dar (Hesekiel 31.3-6 ; Daniel 4.10-22). Aus dieser Sicht spräche Jesus nicht nur vom Erwachen Israels, sondern auch von einer Bewegung, die im Zusammenhang der Endzeit alle Nationen erfasst.
Diese Auslegung würde erklären, warum die endzeitlichen Ereignisse zugleich Israel, die Völker der Erde und die von den Propheten angekündigten weltweiten Umwälzungen zu betreffen scheinen (Sacharja 12.2-3 ; Lukas 21.25-26).
Diese Lesart bleibt jedoch eine Deutung. Andere Ausleger meinen, Lukas füge „alle Bäume“ lediglich hinzu, um den allgemeinen und leicht verständlichen Charakter des Bildes zu unterstreichen.
3. Eine Ermahnung zur Wachsamkeit
Das steht auch in einer Reihe von Ermahnungen zur Wachsamkeit.
Nach diesem Bild besteht Jesus auf:
der Notwendigkeit zu wachen (Matthäus 24.42),
der Ungewissheit über den genauen Tag (Matthäus 24.36),
der Treue der Knechte, die auf die Rückkehr des Herrn warten (Matthäus 24.45-51).
Das Ziel der Rede ist also nicht nur chronologisch oder prophetisch, sondern auch geistlich.
Die Jünger sollen die Zeichen erkennen, bereit bleiben und im Glauben ausharren.
Der Zusammenhang mit „dieser Generation“
Das vom bereitet unmittelbar den folgenden Satz vor:
„Wenn ihr dies alles seht…“ (Matthäus 24.33)
Dann:
„Diese Generation wird nicht vergehen…“ (Matthäus 24.34)
Der logische Zusammenhang scheint zu sein:
1- Erscheinen der Zeichen,
2- Erkennen der Nähe der Erfüllung,
3- Erfüllung, bevor „diese Generation“ vergangen ist.
Die ganze Schwierigkeit besteht dann darin zu bestimmen, was genau „dies alles“ ist und welche Generation gemeint ist.
Genau das erklärt die zahlreichen Auslegungen dieser prophetischen Stelle.
V. Biblische Argumente für unser Verständnis
1- Die Rede Jesu hat mehrere prophetische Horizonte
Die Rede vom mischt offenkundig nahe Ereignisse mit anderen, die weit entfernt liegen.
A- Die Zerstörung des Tempels betrifft eindeutig das 1. Jahrhundert
Die Rede beginnt mit der Ankündigung:
Matthäus 24.2 ( 1912) :
Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch: Es wird hier nicht ein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht zerbrochen werde.
1912, domaine public — texte : eBible.org
Dann erwähnt Jesus, der Messias, mehrere genaue Ereignisse: Jerusalem, von Heeren umzingelt (Lukas 21.20), die Notwendigkeit, rasch aus Judäa zu fliehen (Matthäus 24.16), sowie eine Zeit großer Bedrängnis. Diese Elemente entsprechen stark dem Zusammenhang des jüdischen Krieges gegen zwischen den Jahren 66 und 70 n. Chr.
Diese Angaben stützen den Gedanken einer ersten geschichtlichen Erfüllung der Worte Jesu im Verlauf des Krieges, der im Jahr 70 durch Titus zur Zerstörung Jerusalems und seines Tempels führte.
B- Andere Elemente scheinen über das Jahr 70 hinauszugehen
Mehrere Stellen lassen sich kaum auf die Belagerung Jerusalems beschränken:
kosmische Zeichen (Matthäus 24.29),
sichtbares Erscheinen des Menschensohnes (Matthäus 24.30),
Sammlung der Auserwählten (Matthäus 24.31).
Diese Elemente ähneln eher den endzeitlichen Weissagungen von Daniel 7.13-14 oder den Texten der Offenbarung.
Jesus spricht also nach unserer Auslegung zugleich von einem nahen geschichtlichen Gericht und einer ferneren endgültigen Erfüllung. Wie Daniel erwähnt er die dazwischenliegende Zeit der Gemeinde nicht.
2- Daniel zeigt bereits einen ähnlichen prophetischen Aufbau
Eine ausgezeichnete Parallele finden wir in Daniel 9.26-27, wo mehrere Ereignisse miteinander verschmolzen zu sein scheinen:
die Verwerfung des Messias,
die Zerstörung Jerusalems,
die Taten eines künftigen, Gott feindlichen Herrschers.
Der Text geht vom abgeschnittenen Messias über zum Volk eines Fürsten, der kommt, dann zu einem letzten Bund und zum Greuel. Das erzeugt den Effekt einer „prophetischen Teleskopierung“.
Jesus scheint in seiner Rede dieselbe prophetische Logik aufzugreifen.
3- Der Feigenbaum kann Israel symbolisieren
A- Israel wird bisweilen mit einem Feigenbaum verglichen
Beispiele: Hosea 9.10, Joel 1.7, Jeremia 24.1-10.
Cela permet de dire que le peut posséder une valeur symbolique liée à Israël. Mais rappelons que cette identification n'est pas explicite dans .
B- Jesus hatte den Feigenbaum bereits in einem geistlichen Zusammenhang verwendet
Der unfruchtbare (Matthäus 21.18-19) wird oft als Bild des Gerichts über das ungläubige Israel gedeutet.
Das kann den Gedanken stützen, dass der in Matthäus 24.32-35 ebenfalls eine symbolische Tragweite besitzt, allerdings ohne Gewissheit.
4- Israel sollte eine künftige Wiederherstellung erfahren
In der von uns vorgeschlagenen Lesart würde der wieder blühende die am 14. Mai 1948 ausgerufene Nation Israel symbolisieren. Hier sind die biblischen Argumente, die diese Lesart stützen.
A- Weissagungen von Rückkehr und Wiederherstellung
Hesekiel 36–37: Rückkehr in das Land, nationale Wiedergeburt, das Tal der verdorrten Gebeine.
Amos 9.14-15 (Lutherbibel 1912) :
Denn ich will das Gefängnis meines Volkes Israel wenden, daß sie sollen die wüsten Städte bauen und bewohnen, Weinberge pflanzen und Wein davon trinken, Gärten machen und Früchte daraus essen.Denn ich will sie in ihr Land pflanzen, daß sie nicht mehr aus ihrem Lande ausgerottet werden, das ich ihnen gegeben habe, spricht der HERR, dein Gott.
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Jesaja 66.8 (Lutherbibel 1912) :
Wer hat solches je gehört? wer hat solches je gesehen? Kann auch, ehe denn ein Land die Wehen kriegt, ein Volk auf einmal geboren werden? Nun hat doch ja Zion ihre Kinder ohne Wehen geboren.
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Dieser letzte Text wird in dieser Sichtweise besonders angeführt. Wie wir jedoch festgehalten haben, betrifft sein unmittelbarer Zusammenhang die endgültige Wiederherstellung Zions im Rahmen des messianischen Reiches. Die Anwendung auf 1948 bleibt eine mögliche Auslegung, keine unmittelbare und sichere Entsprechung.
5- Die Rückkehr Israels geht bestimmten Ereignissen des Endes voraus
In mehreren Weissagungen ist Israel vor den abschließenden Konflikten wieder in seinem Land anwesend.
Beispiele: Sacharja 12.1-13, Hesekiel 38-39.
Das kann den Gedanken stützen, dass die nationale Wiederherstellung Israels prophetische Bedeutung besitzt.
6- Der Begriff der Generation kann flexibel sein
Nach dieser Auslegung sind seit der Ausrufung des Staates Israel mehr als 78 Jahre vergangen. Die Bedeutung des Begriffs „Generation“ bedarf daher einer Erklärung.
A- Eine Generation hat nicht immer eine feste Dauer
Beispiele:
40 Jahre in der Wüste (4. Mose 32.13),
70–80 Jahre (Psalmen 90.10).
Jesus gibt dem von ihm verwendeten Begriff vielleicht keine streng mathematische Dauer.
B- Jesus untersagt genaue Datierungen
Es ist wesentlich, daran zu erinnern, um jede Verwechslung zu vermeiden.
Matthäus 24.36 (Lutherbibel 1912) :
Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel nicht im Himmel, sondern allein mein Vater.
Lutherbibel 1912, domaine public — texte : eBible.org
Apostelgeschichte 1.7 (Lutherbibel 1912) :
Er aber sprach zu ihnen: Es gebührt euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat;
Lutherbibel 1912, domaine public — texte : eBible.org
Das bestätigt, dass niemand dieses Datum kennt, auch wenn es möglich ist, einen Zeitraum zu erkennen. Wir wollen keinen Kalender festlegen, sondern eine stimmige Lesart der prophetischen Texte vorschlagen.
Schlussfolgerung
Der Vers „Diese Generation wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht“ bleibt eine der am meisten diskutierten Stellen der prophetischen Rede Jesu. Am Ende dieser Studie ergeben sich mehrere Feststellungen.
Was der Text klar aussagt:
Die Rede vom verbindet nahe Ereignisse (Zerstörung des Tempels, Belagerung Jerusalems) mit ferneren Ereignissen (kosmische Zeichen, herrliches Kommen des Menschensohnes).
Der Aufbau dieser Rede weist Ähnlichkeiten mit der Prophezeiung aus Daniel 9 auf, in der sich verschiedene zeitliche Horizonte überlagern.
Jesus untersagt ausdrücklich jeden Versuch, Tag und Stunde seiner Wiederkunft festzulegen.
Was der Text zu folgern erlaubt:
Le peut symboliser Israël, comme dans d'autres passages de l'Ancien Testament.
Das vom Feigenbaum könnte eine prophetische Tragweite besitzen, die mit der nationalen Wiederherstellung Israels zusammenhängt.
Was zur Auslegung gehört:
Die Gleichsetzung des „Knospens des Feigenbaums“ mit der Ausrufung des Staates Israel im Jahr 1948 ist eine mögliche Lesart, aber keine textliche Selbstverständlichkeit.
Die Berechnung einer Generation ab 1948 beruht auf mehreren nicht überprüfbaren Annahmen (genaue Dauer einer Generation, genauer Ausgangspunkt, Kriterien der Zugehörigkeit zu dieser Generation).
Unsere Auslegung bevorzugt ein endzeitliches Verständnis der Stelle, in dem die Wiederherstellung Israels das Herannahen der abschließenden Ereignisse anzeigen würde. Diese Lesart erscheint uns stimmig mit der Gesamtheit der untersuchten prophetischen Daten. Wir räumen jedoch ein, dass sie Unsicherheiten enthält und keine datierte Vorhersage sein kann.
Jesus, der Messias, wollte seine Jünger in einer Haltung aktiver Wachsamkeit lassen, weder in Gleichgültigkeit noch in chronologischer Spekulation. In diesem Geist legen wir diese Überlegung vor: nicht um Daten festzulegen, sondern um die Unterscheidung der Zeiten und die Treue im Warten zu fördern.
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INF022
Hinweis
INF022 - Die Übersetzung der Bibel ins Deutsche
Die Übersetzung der Bibel ins Deutsche
Martin Luther übersetzte die Bibel aus mehreren wichtigen Gründen ins Deutsche:
Zugänglichkeit: Luther wollte, dass die Bibel allen Menschen zugänglich ist, nicht nur den Geistlichen und Gelehrten. Damals war die Bibel hauptsächlich auf Lateinisch verfügbar, einer Sprache, die die meisten Menschen nicht verstanden. Indem er die Bibel ins Deutsche übersetzte, ermöglichte er den Laien, die Heilige Schrift selbst zu lesen und zu verstehen.
Erneuerung des Glaubens: Luther war überzeugt, dass das persönliche Verständnis der Heiligen Schrift für den christlichen Glauben wesentlich ist. Er meinte, jeder Einzelne müsse die Bibel ohne die Vermittlung der Kirche lesen und auslegen können.
Kritik am Ablass: Durch die Übersetzung der Bibel konnte Luther zeigen, dass der Ablass und andere Praktiken der katholischen Kirche nicht in der Heiligen Schrift begründet waren. Das stärkte seine Argumentation gegen diese Praktiken und trug dazu bei, seine Reformgedanken zu verbreiten.
Vereinheitlichung der Sprache: Luthers Übersetzung spielte eine entscheidende Rolle bei der Vereinheitlichung der deutschen Sprache. Seine Arbeit half, die verschiedenen regionalen Varianten des Deutschen zu vereinen und eine einheitlichere und für die Leser verständlichere Sprache zu schaffen.
En résumé, la traduction de la Bible par Luther a été une étape majeure vers la Réforme protestante et a eu un impact durable sur la langue, la culture et la religion en Allemagne et au-delà.
INF170
Hinweis
INF170 - Analyse de Matthieu 24.3-51
Analyse de Matthieu 24.3-51
Voici une analyse exégétique verset par verset de Matthäus 24.3-51.
Matthäus 24.3 Les disciples interrogent le Messie Jésus en privé sur trois événements : la destruction du Temple, sa venue, et la fin du monde. Leur question révèle une confusion entre événements historiques et eschatologiques, que le Messie Jésus va progressivement clarifier.
Matthäus 24.4-5 Le Messie Jésus commence par une mise en garde contre les faux messies. Il insiste sur le danger de la séduction spirituelle : plusieurs viendront en son nom, prétendant être le Christ, et en tromperont beaucoup.
Matthäus 24.6-8 Il annonce des troubles mondiaux, guerres, famines, séismes, mais précise que ce ne sont que les « commencements des douleurs », une expression qui évoque les douleurs de l’enfantement : une souffrance qui précède une naissance.
Matthäus 24.9-13 Les disciples seront persécutés, trahis, haïs. L’amour se refroidira, et beaucoup tomberont. Mais celui qui persévère jusqu’à la fin sera sauvé. La fidélité dans l’épreuve devient le critère du salut.
Matthäus 24.14 L’Évangile du Royaume sera proclamé dans le monde entier, en témoignage à toutes les nations. Ce verset introduit une perspective missionnaire et universelle, soulignant que l’histoire humaine est orientée vers un accomplissement divin.
Matthäus 24.15-22 Le Messie Jésus évoque « l’abomination de la désolation » (référence à Daniel), signe d’un basculement dramatique. Il appelle à la fuite immédiate, sans retour en arrière. L’urgence et la gravité du moment sont soulignées, surtout pour les plus vulnérables.
Matthäus 24.23-26 Il revient sur le thème des faux messies et faux prophètes, qui feront même des prodiges. L’avertissement est clair : ne pas se fier aux apparences ni aux rumeurs, mais rester centré sur la vérité révélée.
Matthäus 24.27 La venue du Fils de l’homme sera comme l’éclair : soudaine, visible, universelle. Elle ne sera pas cachée ni localisée, mais incontestable.
Matthäus 24.28 Une image énigmatique : « Là où est le cadavre, là se rassembleront les vautours. » Elle évoque probablement le jugement, la corruption ou la révélation inévitable du mal.
Matthäus 24.29-31 Après une grande tribulation, des signes cosmiques précéderont la venue du Fils de l’homme. Il viendra avec puissance et gloire, et les anges rassembleront les élus. C’est l’accomplissement eschatologique attendu.
Matthäus 24.32-35 Le Messie Jésus utilise l’image du figuier : quand ses branches deviennent tendres, l’été approche. De même, les signes annoncés indiquent que la fin est proche. Il affirme que ses paroles ne passeront pas, soulignant leur autorité éternelle.
Matthäus 24.36 Le jour et l’heure sont inconnus, même du Fils. Cela souligne la souveraineté du Père et appelle à l’humilité et à la vigilance.
Matthäus 24.37-39 Le Messie Jésus compare son retour aux jours de Noé : les gens vivaient normalement, sans se douter du jugement imminent. L’insouciance est le danger principal.
Matthäus 24.40-41 Deux personnes côte à côte, l’une prise, l’autre laissée. Cette image de séparation souligne le caractère personnel et imprévisible du jugement.
Matthäus 24.42-44 L’appel à veiller est répété. Comme un maître de maison qui ignore l’heure du voleur, le disciple doit être prêt à tout moment. La vigilance devient une posture spirituelle permanente.
Matthäus 24.45-51 Le Messie Jésus conclut par une parabole : le serviteur fidèle est celui qui agit avec sagesse en l’absence du maître. Le serviteur infidèle, qui abuse de son pouvoir, sera surpris et jugé sévèrement. L’enseignement est clair : la fidélité dans l’attente est la clé du Royaume.
INF181
Hinweis
INF181 – Parabel oder Metapher
Gleichnis oder Metapher
Die Anzahl der Gleichnisse in den Evangelien variiert je nach Forscher erheblich. Einige werden direkt im Text definiert, wo wir lesen, dass der Messias Jesus ein Gleichnis verkündet. Viele andere lassen sich jedoch schwerer einordnen.
Hier nun eine übersichtliche Zusammenfassung der Unterschiede zwischen Gleichnis, Metapher, Bild und Allegorie, illustriert mit Beispielen aus der Bibel:
Parabel: symbolische Erzählung mit moralischer oder spiritueller Botschaft
Definition: Eine Parabel ist eine kurze, erzählerische Geschichte – oft fiktiv –, die eine moralische, spirituelle oder theologische Wahrheit veranschaulicht.
Aufbau: Er umfasst Figuren, eine Handlung und manchmal eine Pointe oder eine Wendung.
Funktion : Sie regt zu einer – oft indirekten – Interpretation an und löst Nachdenken oder eine Einsicht aus.
Beispiele: Der Sämann (Matthäus 13.1-23), Der barmherzige Samariter (Lukas 10.25-37), Der verlorene Sohn (Lukas 15.11-32)
Ein Gleichnis ist ein erzählerisches Mittel, das zugleich verbirgt und offenbart; es erfordert aktives Zuhören und Interpretation.
Metapher: Stilfigur, die auf einer impliziten Analogie beruht
Definition: Eine Metapher ist die Übertragung eines Begriffs in ein anderes Bedeutungsfeld ohne Verwendung eines Vergleichselements.
Aufbau: Er ist kurz und beschränkt sich oft auf einen Satz oder einen Ausdruck.
Funktion: Sie verdeutlicht eine abstrakte Realität anhand eines konkreten Bildes, jedoch ohne Erzählung.
Beispiele: „Ich bin das Licht der Welt“ (Johannes 8,12), „Ihr seid das Salz der Erde“ (Matthäus 5,13)
Die Metapher fasst eine Wahrheit in einem eindrucksvollen Bild zusammen, erzählt aber nichts.
Bild: Sammelbegriff für jede bildliche Darstellung
Definition: Der Begriff „Bild“ ist ein Sammelbegriff, der jede bildliche Darstellung umfasst, sei sie erzählerischer (Parabel), stilistischer (Metapher) oder visueller Natur.
Funktion: Sie dient dazu, das Unsichtbare sichtbar zu machen und das Abstrakte zu verkörpern.
Beispiele: Das Lamm (Symbol für Christus), der Felsen (Symbol für Gott in den Psalmen).
Das Bild ist das gemeinsame Terrain von Gleichnissen und Metaphern, es ist ihr Ausgangsmaterial.
Zusammenfassung:
Ein Gleichnis ist eine symbolische, meist längere Erzählung, die lehren oder zum Nachdenken anregen soll. Es hat die Form einer Geschichte, oft mit Figuren und einer Handlung. Ein bekanntes biblisches Beispiel ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15.11-32).
Die Metapher ist eine kurze Stilfigur, die auf einer impliziten Analogie beruht. Sie dient dazu, eine Realität zu verdeutlichen oder durch ein eindringliches Bild Eindruck zu hinterlassen, ohne dabei auf eine Erzählung zurückzugreifen. Zum Beispiel: „Ich bin der Weinstock“ (Johannes 15.1 und Johannes 15.5).
Das Bild hingegen ist ein allgemeinerer Begriff. Seine Länge ist variabel, und seine Funktion besteht darin, eine abstrakte Realität darzustellen oder zu verkörpern. Es kann visuell, poetisch oder symbolisch sein. Man denke hier an Figuren wie das Lamm oder den Felsen, die in der Heiligen Schrift häufig vorkommen.
INF205
Hinweis
INF205 - Le figuier, choix anodin ?
Le figuier, choix anodin ?
Non, le choix du figuier dans cette parabole n’est pas anodin. Le Messie Jésus ne sélectionne jamais ses images au hasard, surtout lorsqu’il enseigne sur le Royaume de Dieu.
Pourquoi le figuier ?
Un arbre familier en Palestine Le figuier était très répandu dans la région. Les auditeurs de Jésus connaissaient bien son cycle naturel : il perd ses feuilles en hiver et commence à bourgeonner au printemps, annonçant l’arrivée de l’été. C’est donc une image accessible et parlante.
Un indicateur saisonnier fiable : Contrairement à d’autres arbres, le figuier est un bon repère pour le changement de saison. Le Messie Jésus l’utilise pour illustrer la clarté des signes : tout comme on sait que l’été approche en voyant ses feuilles, on peut discerner la proximité du Royaume en observant les événements prophétiques.
Une symbolique biblique forte : Dans l’Ancien Testament, le figuier est souvent associé à Israël, à la bénédiction ou au jugement :
Micha 4.4 parle de chacun assis sous son figuier, symbole de paix.
Jeremia 8.13 évoque un figuier sans fruit, signe du rejet.
Jésus lui-même maudit un figuier stérile dans Markus 11.12-14, comme image du manque de foi.
Un appel à la vigilance Le figuier bourgeonnant est un signe visible, mais il faut savoir l’interpréter. Jésus invite ses disciples à ne pas être aveugles aux signes spirituels, comme ils ne le seraient pas aux signes naturels.
Zusammengefasst
Le figuier est choisi pour sa valeur pédagogique, sa symbolique biblique, et sa fonction de repère saisonnier. Il incarne à la fois la clarté des signes, la nécessité du discernement, et l’urgence de la préparation. Rien n’est laissé au hasard dans cette parabole, chaque détail sert à éveiller la conscience spirituelle.
INF115
Hinweis
INF115 - Le figuier et Israël
Le figuier et Israël.
Le figuier est une plante significative dans la culture et l'histoire d'Israël, et il apparaît fréquemment dans la Bible comme symbole et métaphore. Voici quelques aspects importants à propos du figuier en relation avec Israël :
Symbolisme du Figuier dans la Bible
Prospérité et Abondance :
Le figuier est souvent utilisé pour symboliser la prospérité et l'abondance. Dans l'Ancien Testament, l'image d'un homme assis sous son figuier est une métaphore de la paix et de la sécurité (1 Rois 4.25 ; Michée 4.4).
Jugement et Désolation :
Le figuier est également utilisé comme symbole de jugement et de désolation lorsqu'il est desséché ou stérile. Par exemple, dans Jérémie 8.13, Dieu annonce le jugement sur Israël en disant : "Je vais les faire disparaître, dit l'Éternel, il n'y aura plus de raisins à la vigne, plus de figues au figuier, et les feuilles se flétriront."
Israël et le Peuple Élu :
Le figuier représente souvent Israël en tant que peuple élu de Dieu. Dans Osée 9.10, Dieu dit : "Je trouvai Israël comme des raisins dans le désert, je vis vos pères comme les premiers fruits d'un figuier."
Le Figuier et les Enseignements de Jésus
Malédiction du Figuier (Matthieu 21.18-22 ; Marc 11.12-25) :
Le Messie Jésus maudit un figuier qui ne porte pas de fruit, ce qui est interprété comme un acte symbolique concernant la stérilité spirituelle et le jugement sur Israël pour son manque de foi et de repentance.
Parabole du Figuier Stérile (Luc 13.6-9) :
Le Messie Jésus raconte la parabole d'un homme qui avait un figuier planté dans sa vigne et qui cherchait du fruit sans en trouver. Le vigneron propose de creuser autour du figuier et d'y mettre du fumier pour voir s'il porterait du fruit l'année suivante, symbolisant la patience et la miséricorde de Dieu envers Israël.
Le Figuier dans la Culture et l'Agriculture Israélienne
Usage Agricole et Alimentaire :
Le figuier est une plante courante en Israël, cultivée pour ses fruits délicieux et nutritifs. Les figues sont une source importante de nourriture et peuvent être consommées fraîches ou séchées.
Écologie et Conditions de Croissance:
Le figuier pousse bien dans le climat méditerranéen d'Israël, caractérisé par des étés chauds et secs et des hivers doux et humides. Il est souvent planté dans des vergers et des jardins.
Signification Culturelle :
Le figuier est profondément enraciné dans la culture et la tradition juives. Il est mentionné dans de nombreux textes religieux et littéraires, représentant la bénédiction, la paix, la prospérité et, parfois, le jugement.
En résumé, le figuier est un symbole puissant et polyvalent dans la culture et la religion d'Israël, représentant à la fois la bénédiction et le jugement. Il apparaît fréquemment dans les enseignements bibliques pour illustrer des vérités spirituelles profondes.
INF305
Hinweis
INF305 - Der Ölberg
Der Ölberg
Der Ölberg ist einer der wichtigsten Orte der biblischen Geografie. Er liegt östlich von Jerusalem und ist von der Stadt durch das Kidrontal getrennt (2. Samuel 15.30 ; Johannes 18.1). Sein Name stammt von den vielen Ölbäumen, die einst seine Hänge bedeckten.
Geografische Lage
Der Ölberg bildet einen langen, von Norden nach Süden verlaufenden Höhenzug, der sich auf etwa 820 Meter Höhe erhebt, also etwas höher als Jerusalem. Von seinem Gipfel aus genießt man einen bemerkenswerten Ausblick auf die Stadt und auf die Stelle des Tempels.
Sa proximité avec Jérusalem explique pourquoi Jésus et ses disciples s'y rendaient fréquemment (Lukas 21.37). Selon Luc, le lieu de l'ascension se trouvait à une distance d'environ un « chemin de sabbat » de Jérusalem, soit approximativement un kilomètre (Apostelgeschichte 1.12).
Ein Ort, der mit vielen biblischen Ereignissen verbunden ist
Im Alten Testament
David überquerte den Bach Kidron und stieg weinend auf den Ölberg, als er vor seinem Sohn Absalom floh (2. Samuel 15.30).
Der Prophet Hesekiel beschreibt, wie die Herrlichkeit Gottes Jerusalem verlässt und auf dem Berg östlich der Stadt innehält, der gemeinhin mit dem Ölberg gleichgesetzt wird (Hesekiel 11.23).
Le prophète Zacharie annonce qu'au jour du Seigneur, les pieds de l'Éternel se poseront sur le mont des Oliviers (Sacharja 14.4).
Im Leben des Messias Jesus
Der Ölberg nimmt in den Evangelien einen besonderen Platz ein:
Jesus hält sich dort häufig auf (Lukas 22.39);
er betrachtet Jerusalem und weint über die Stadt (Lukas 19.41-44);
dort hält er die endzeitliche Rede über das Ende der Zeiten (Matthäus 24.3 ; Markus 13.3);
er verbringt auf diesem Berg seine Nächte in den letzten Tagen vor seinem Tod (Lukas 21.37);
am Fuß des Berges liegt der Garten Gethsemane, wo er vor seiner Verhaftung betet (Matthäus 26.36 ; Lukas 22.39-46);
ebenfalls aus der Gegend von Betanien, am Osthang des Berges, segnet er seine Jünger und fährt in den Himmel auf (Lukas 24.50-51 ; Apostelgeschichte 1.9-12).
Der Ölberg und die Himmelfahrt
Die Apostelgeschichte berichtet, dass die Jünger nach der Himmelfahrt „von dem Berg, der Ölberg genannt wird“, nach Jerusalem zurückkehrten (Apostelgeschichte 1.12). Lukas erläutert in seinem Evangelium, dass Jesus sie bis in die Nähe von Betanien führte, bevor er sie verließ (Lukas 24.50).
Diese beiden Angaben sind durchaus miteinander vereinbar, denn Betanien liegt am Osthang des Ölbergs, etwa drei Kilometer von Jerusalem entfernt (Johannes 11.18).
Eine prophetische Dimension
Pour plusieurs interprètes, le choix du mont des Oliviers comme lieu de l'ascension n'est probablement pas fortuit. Le prophète Zacharie annonçait déjà qu'au jour de l'Éternel, celui-ci se tiendrait sur cette montagne (Sacharja 14.4). Ainsi, le lieu depuis lequel Jésus quitte ses disciples pourrait également être celui associé à son retour glorieux, conformément à la parole des anges :
„Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen“ (Apostelgeschichte 1.11).
So erscheint der Ölberg als ein Ort voller Geschichte und Symbolik. Er ist zugleich Schauplatz der Leiden des Messias, seiner Lehre über die künftigen Zeiten, seiner Himmelfahrt und, nach mehreren prophetischen Deutungen, des Ortes, der mit seiner künftigen Wiederkunft verbunden ist.
INF004
Hinweis
INF004 - Die Römer
Die Römer
Im Jahr 63 v. Chr. fiel der römische Feldherr Pompeius in das Gebiet Israels ein und nahm Jerusalem ein. Dank Julius Caesar wurde das Judentum im Jahr 45 v. Chr. eine erlaubte Religion.
Fünf Jahre später, 40 v. Chr., beendete Kaiser Augustus die hasmonäische Dynastie und ernannte Herodes den Großen, einen Idumäer und somit nicht von königlicher Abstammung, zum König der Juden.
Einige Jahre nach dem Tod Herodes des Großen, im Jahr 6 n. Chr., änderte Rom den Status von Judäa sowie von Samaria und Idumäa (dem biblischen Edom) und machte sie zu römischen Provinzen, die der Verantwortung römischer Prokuratoren unterstellt wurden.
Die Söhne des Herrschers Herodes wurden von der römischen Obrigkeit zu Tetrarchen erhoben und regierten diese verschiedenen Provinzen unter der Aufsicht der Prokuratoren.
Während des Dienstes des Messias Jesus teilten sich somit ein Präfekt, Pontius Pilatus, und ein Tetrarch, Herodes Antipas, die Macht. Die beiden Männer hassten einander bis zu dem Tag, an dem der Messias Jesus verurteilt wurde (Lukas 23.12).
Vierzig Jahre nach der Kreuzigung des Messias Jesus wurde der im Jahr 66 begonnene Aufstand der Juden niedergeschlagen. Titus zerstörte im Jahr 70 den Tempel von Jerusalem, und alles endete mit dem Fall von Masada am 2. Mai 73.
Weitere Aufstände folgten bis zum Jahr 135.
Im Jahr 130 veränderte Kaiser Hadrian erneut den Status des Landes Israel, indem er eine neue römische Kolonie gründete; der Name Jerusalem wurde durch Aelia Capitolina ersetzt.
Der Messias Jesus übte seinen Dienst in einem von den Römern besetzten Gebiet aus, mit einem von Rom eingesetzten Statthalter.
Drei Männer teilten sich somit zu dieser Zeit der Geschichte die Leitung des Landes Israel:
Pontius Pilatus, der römische Präfekt, besaß alle Gewalt, insbesondere über Judäa.
Herodes Antipas herrschte über Galiläa und Peräa.
Der Hohepriester Kajaphas war für die religiösen Fragen zuständig.