Der Artikel untersucht die Anwesenheit und die Rolle der Frauen bei der Kreuzigung Jesu. Diese Frauen, insbesondere Maria von Magdala, zeigen angesichts der Bedrohungen bemerkenswerte Treue. Die auf den Evangelien beruhende Studie möchte ihre Bedeutung in den biblischen Berichten und ihr Zeugnis als zentrales Element des Christentums würdigen.
68 Min.
KreuzigungFrauenJesusMaria von MagdalaEvangelien
106 Verse
5 Bücher
Die Verhaftung, die Verurteilung und die Kreuzigung Jesu spielen sich in sehr kurzer Zeit ab und führen zur Zerstreuung und Verwirrung unter den Jüngern (vgl. Matthäus 26.56). In diesem Umfeld von Angst und Bedrohung fällt die Anwesenheit einiger Frauen umso mehr auf.
Im Gegensatz zu den Aposteln bleiben diese Frauen treu und sichtbar. Sie gehen das Risiko ein, sich öffentlich zu zeigen, obwohl die religiösen Autoritäten die Bewegung um Jesus zu ersticken suchen (vgl. Johannes 11.53). Zwar wurden Frauen in der Welt im Allgemeinen nicht gekreuzigt, doch konnten sie dennoch belangt, verhaftet oder an den Rand gedrängt werden.
Sie erleben eine Szene äußerster Gewalt: ihren Meister, gedemütigt, gefoltert und gekreuzigt. Alle auf ihn gesetzten Hoffnungen scheinen zusammenzubrechen (vgl. Lukas 24.21). Und doch bleiben sie.
Ziel dieser Studie ist es, diese Frauen, soweit möglich, an drei Schlüsselmomenten zu identifizieren: am Fuß des Kreuzes, am Grab und bei der Auferstehung. Eine Feststellung drängt sich rasch auf: Ihre Rolle ist im Zeugnis der Evangelien zentral.
In dieser Studie wird der Begriff „Brüder“ für die Halbbrüder Jesu verwendet, das heißt für die Kinder von Maria und Josef, die in (vgl. Markus 6.3) erwähnt werden.
I. Die Frauen am Fuß des Kreuzes
Alle Evangelien erwähnen die Anwesenheit von Frauen bei der Kreuzigung, jedoch mit unterschiedlichen Angaben:
Matthäus 27.55-56 ( 1912) :
Und es waren viele Weiber da, die von ferne zusahen, die da Jesus waren nachgefolgt aus Galiläa und hatten ihm gedient;unter welchen war Maria Magdalena und Maria, die Mutter der Kinder des Zebedäus.
1912, domaine public — texte : eBible.org
Markus 15.40-41 ( 1912) :
Und es waren auch Weiber da, die von ferne solches sahen; unter welchen war Maria Magdalena und Maria, Jakobus des Kleinen und des Joses Mutter, und Salome,die ihm auch nachgefolgt waren, da er in Galiläa war, und gedient hatten, und viele andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren.
1912, domaine public — texte : eBible.org
Lukas 23.49 ( 1912) :
Es standen aber alle seine Bekannten von ferne und die Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolgt, und sahen das alles.
1912, domaine public — texte : eBible.org
Johannes 19.25 ( 1912) :
Es stand aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, des Kleophas Weib, und Maria Magdalena.
1912, domaine public — texte : eBible.org
Matthäus, Markus und Lukas berichten, dass sie „von ferne“ stehen, während Johannes angibt, dass sich eine Gruppe nahe beim Kreuz befindet. Dieser Unterschied ist kein Widerspruch: Er deutet mehrere Kreise von Zeugen an, manche näher dran als andere, und sogar Positionswechsel während dieser 6 Stunden.
Johannes nennt ausdrücklich vier Frauen, nach unserem Schluss: Maria, die Mutter Jesu; die Schwester seiner Mutter; Maria, die Frau des Klopas; und Maria von Magdala (vgl. Johannes 19.25). Die genaue Zahl (drei oder vier) war umstritten, aber die Annahme von vier Personen bleibt die schlüssigste.
?
Matthäus und Markus erwähnen:
Maria von Magdala
Maria, die Mutter des Jakobus und des Josef (oder Joses)
Salome (oder die Mutter der Söhne des Zebedäus)
Diese Aufzählungen sind nicht vollständig, wie der Ausdruck „unter ihnen“ zeigt (vgl. Markus 15.40). Sie bezeugen eine größere Gruppe von Frauen, die Jesus von Galiläa an gefolgt waren (vgl. Lukas 8.2-3).
Auch die Anwesenheit des Johannes ist bemerkenswert (vgl. Johannes 19.26). Obwohl er der einzige namentlich genannte Jünger ist, schließt dies nicht aus, dass andere von ferne anwesend waren.
II. Identifizierung der Frauen
Sie wird in allen vier Evangelien als wichtige Jüngerin erwähnt. Jesus hat sie von sieben Dämonen befreit (vgl. Lukas 8.2; Markus 16.9), was den Ausgangspunkt ihres Einsatzes markiert. Sie gehört zu den Frauen, die den Dienst Jesu materiell unterstützen (vgl. Lukas 8.2-3).
Sie ist anwesend:
am Fuß des Kreuzes (vgl. Matthäus 27.56; Markus 15.40; Johannes 19.25)
bei der Grablegung (vgl. Matthäus 27.61; Markus 15.47)
am Morgen der Auferstehung (vgl. Matthäus 28.1; Markus 16.1; Lukas 24.10; Johannes 20.1)
Vor allem ist sie die Erste, die den auferstandenen Jesus sieht und es den Jüngern verkündet (vgl. Johannes 20.14-18). Diese zentrale Rolle zieht sich durch alle Berichte.
Maria, die Mutter Jesu
Johannes ist der Einzige, der ihre Anwesenheit am Fuß des Kreuzes ausdrücklich erwähnt (vgl. Johannes 19.25). Er berichtet auch das Gespräch mit Jesus (vgl. Johannes 19.26-27).
Die Synoptiker nennen sie in dieser Szene nicht ausdrücklich, doch das bedeutet nicht, dass sie fehlte. Maria erscheint anderswo in den Evangelien als beständige Gestalt:
bei der Geburt Jesu (vgl. Matthäus 1.18-25; Lukas 2.1-20)
während seines Wirkens (vgl. Johannes 2.1-5)
unter den Jüngern nach der Auferstehung (vgl. Apostelgeschichte 1.14)
Die „Brüder Jesu“ werden anderswo eindeutig genannt (vgl. Matthäus 13.55; Markus 6.3). Johannes betont, dass sie während seines Wirkens nicht an ihn glaubten (vgl. Johannes 7.5), was erklärt, warum Jesus seine Mutter dem Johannes anvertraut und nicht ihnen (vgl. Johannes 19.26-27).
Maria, die Mutter des Jakobus und des Joses
Sie wird erwähnt in:
Matthäus 27.56
Markus 15.40
Markus 15.47
Markus 16.1
Sie ist von Maria, der Mutter Jesu, zu unterscheiden, denn die Evangelien trennen die Familiengruppen klar voneinander. So vertraut Jesus seine Mutter dem Johannes an, was widersprüchlich wäre, wenn diese Maria in der Szene bereits anders bestimmt wäre.
Häufig wird eine Verbindung mit „Maria, der Frau des Klopas“ vorgeschlagen (vgl. Johannes 19.25). Außerdem wird Jakobus „der Kleine“ unter den Aposteln erwähnt (vgl. Matthäus 10.3; Markus 3.18), was demselben Familienkreis entsprechen könnte, ohne letzte Gewissheit.
Salome, die Mutter der Söhne des Zebedäus
Sie erscheint unter zwei Bezeichnungen:
„Die Mutter der Söhne des Zebedäus“ (vgl. Matthäus 27.56)
„Salome“ (vgl. Markus 15.40)
Sie wird auch in der Bitte erwähnt, die für ihre Söhne an Jesus gerichtet wird (vgl. Matthäus 20.20-21). Ihre Söhne sind Jakobus und Johannes, zwei bedeutende Apostel (vgl. Markus 1.19).
Sie ist anwesend:
am Kreuz (vgl. Markus 15.40)
am Grab (vgl. Markus 16.1)
Die Gleichsetzung mit „der Schwester der Mutter Jesu“ (vgl. Johannes 19.25) ist möglich, bleibt aber hypothetisch, da der Text keinen ausdrücklichen Namen nennt.
Maria, die Frau des Klopas
Sie wird nur von Johannes erwähnt (vgl. Johannes 19.25). Der Name Klopas könnte mit in Verbindung gebracht werden (vgl. Lukas 24.18), ohne Gewissheit, dass es sich um dieselbe Person handelt.
Manche setzen sie mit der Mutter des Jakobus „des Kleinen“ gleich (vgl. Markus 15.40), was die Verbindung zu den synoptischen Listen herstellen würde. Außerdem wird ein Jakobus „Sohn des Alphäus“ unter den Aposteln erwähnt (vgl. Lukas 6.15), und manche bringen Alphäus und Klopas miteinander in Verbindung, obwohl dies in den Texten nicht ausdrücklich belegt ist.
Allgemeine Bemerkung
Die Schwierigkeit der Identifizierung hat zwei Ursachen:
die Häufigkeit des Namens „Maria“ (im 1. Jahrhundert sehr verbreitet)
die unterschiedlichen Blickwinkel der Evangelien
Wenn man die Texte jedoch miteinander vergleicht, zeichnen sich mehrere Gewissheiten ab:
Maria von Magdala ist eine zentrale und beständige Gestalt
mehrere Frauen folgen Jesus von Galiläa an (vgl. Lukas 8.2-3)
sie sind Zeuginnen des Kreuzes, des Grabes und der Auferstehung
Eine wichtige Beobachtung: Die Evangelien stimmen darin überein, die Frauen zu den ersten treuen Zeuginnen der entscheidendsten Ereignisse zu machen, trotz ihres damals begrenzten gesellschaftlichen Status. Dieses Detail stärkt die Geschlossenheit und die Kraft des Zeugnisses.
Matthäus betont, dass „Maria von Magdala und die andere Maria“ dem Grab gegenübersitzen. Markus bestätigt, dass sie den Ort, an dem Jesus beigesetzt wird, aufmerksam beobachten. Lukas fügt ein wichtiges Detail hinzu: Diese Frauen „sahen das Grab und wie sein Leib hineingelegt wurde“ (vgl. Lukas 23.55), und dann bereiten sie Gewürze zu, um den Leib zu ehren (vgl. Lukas 23.56).
Dieser Punkt ist wesentlich: Ihre Rolle ist nicht passiv. Sie sind unmittelbare und genaue Zeuginnen des Ortes und der Umstände der Grablegung. Das erklärt, warum sie am Morgen der Auferstehung genau wissen, wohin sie gehen müssen (vgl. Markus 16.1-2).
Ihre fortdauernde Anwesenheit zwischen Kreuzigung, Grablegung und Auferstehung bildet eine ununterbrochene Zeugenkette.
Die Rolle von Josef von Arimathäa und Nikodemus
Zu den erwähnten Frauen gehören:
III. Die Frauen am Grab
Die Evangelien erwähnen auch zwei einflussreiche Männer:
Josef von Arimathäa (vgl. Matthäus 27.57-60; Markus 15.42-46; Lukas 23.50-53; Johannes 19.38)
Nikodemus (vgl. Johannes 19.39; Johannes 3.1-21)
Josef wird als Mitglied des Rates beschrieben, als „guter und gerechter Mann“ (vgl. Lukas 23.50), der „auf das Reich Gottes wartete“ (vgl. Markus 15.43). Er bittet Pilatus um den Leib Jesu, was einen gewissen Mut voraussetzt, da er sich öffentlich mit einem Verurteilten identifiziert.
Johannes betont, dass Josef ein Jünger war, „aber heimlich, aus Furcht vor den Juden“ (vgl. Johannes 19.38). Nikodemus, der zuvor bei Nacht zu Jesus gekommen war (vgl. Johannes 3.1-2), bringt etwa hundert Pfund Gewürze für die Grablegung mit (vgl. Johannes 19.39), eine Geste, die eines königlichen Begräbnisses würdig ist.
Sie legen Jesus in ein neues Grab, in das noch niemand gelegt worden war (vgl. Johannes 19.41; Matthäus 27.60). Dieses Detail schließt jede mögliche Verwechslung mit einem anderen Leichnam aus.
Die Bedeutung des Zeugnisses der Frauen
Die Anwesenheit der Frauen am Grab ist aus mehreren Gründen entscheidend:
Sie sehen, wo Jesus beigesetzt wird (vgl. Markus 15.47)
Sie beobachten, wie der Leib hineingelegt wird (vgl. Lukas 23.55)
Sie kehren nach dem mit Gewürzen zurück (vgl. Markus 16.1)
Das macht jede Annahme eines Irrtums beim Grab schwierig. Ihr Zeugnis verbindet den Tod Jesu unmittelbar mit der Entdeckung des leeren Grabes (vgl. Lukas 24.1-3).
Ein oft hervorgehobener Punkt: In der jüdischen Kultur des 1. Jahrhunderts hatte das Zeugnis von Frauen kaum rechtlichen Wert. Dennoch stellen die Evangelien sie in den Mittelpunkt des Berichts. Diese Entscheidung spricht gegen eine künstliche Konstruktion der Erzählung und stärkt ihre Glaubwürdigkeit.
Beobachtung
Ein interessanter Kontrast zeigt sich:
einflussreiche Männer (Josef, Nikodemus) greifen bei der Grablegung ein
treue Frauen sichern die Kontinuität des Zeugnisses
Die einen liefern die Mittel und den Schutz, die anderen sichern Erinnerung und Weitergabe. Zusammen rahmen sie einen Wendepunkt zwischen Tod und Auferstehung ein.
Ein starker Gedanke tritt hervor: Ohne die aufmerksame Anwesenheit dieser Frauen wäre die Verbindung zwischen der Grablegung und der Auferstehung im Evangelienbericht viel weniger fest.
Matthäus 28.1-10
Markus 16.1-8
Lukas 24.1-10
Johannes 20.1-18
Maria von Magdala wird in allen Berichten durchgängig erwähnt, was sie zur beständigsten Zeugin macht.
Ein vorbereiteter und bewusster Besuch
IV. Die Frauen und die Auferstehung
Die Frauen kommen nicht zufällig:
Sie bringen Gewürze, um den Leib zu ehren (vgl. Markus 16.1; Lukas 24.1)
Sie gehen „sehr früh am Morgen“ zum Grab (vgl. Matthäus 28.1; Johannes 20.1)
Sie sorgen sich sogar um den Stein, der weggewälzt werden muss (vgl. Markus 16.3)
Das zeigt, dass sie nicht die Auferstehung erwarten, sondern einen Leib, den sie salben wollen. Ihr Zeugnis ist also nicht von einer vorherigen Erwartung geleitet.
Der Stein ist weggewälzt (vgl. Matthäus 28.2; Markus 16.4; Lukas 24.2; Johannes 20.1)
Das Grab ist leer (vgl. Lukas 24.3)
Himmlische Boten verkünden die Auferstehung (vgl. Matthäus 28.5-6; Lukas 24.4-7)
Lukas betont, dass die Frauen „den Leib des Herrn Jesus nicht fanden“ (vgl. Lukas 24.3), und unterstreicht damit die tatsächliche und festgestellte Abwesenheit.
Die Verkündigung an die Jünger
Die Frauen werden die ersten Botinnen:
Lukas 24.9: Sie berichten den Aposteln alles
Markus 16.7: Sie erhalten den Auftrag, die Jünger zu benachrichtigen
Matthäus 28.8: Sie laufen, um die Nachricht zu überbringen
Lukas gibt sogar eine genaue Liste:
Maria von Magdala
Johanna
Maria, die Mutter des Jakobus
„und die übrigen mit ihnen“ (vgl. Lukas 24.10)
Ihr Zeugnis stößt jedoch zunächst auf Unglauben (vgl. Lukas 24.11). Das stützt den Gedanken, dass ihre Rolle nicht erfunden wurde, um leicht zu überzeugen.
Maria von Magdala: eine bevorzugte Zeugin
Johannes entfaltet ihre Rolle besonders:
Sie stellt fest, dass der Stein weggewälzt ist (vgl. Johannes 20.1)
Sie benachrichtigt Petrus und Johannes (vgl. Johannes 20.2)
Sie bleibt allein beim Grab (vgl. Johannes 20.11)
Sie sieht den auferstandenen Jesus (vgl. Johannes 20.14-16)
Jesus vertraut ihr einen ausdrücklichen Auftrag an:
„Geh zu meinen Brüdern …“ (vgl. Johannes 20.17)
So wird sie die Erste, die die Auferstehung verkündet (vgl. Johannes 20.18).
Ein allmähliches Erkennen
Ein wichtiges Detail: Die Frauen erfassen die Lage nicht sofort.
Sie werden von Furcht ergriffen (vgl. Markus 16.5)
Sie sind erschrocken (vgl. Lukas 24.4)
Maria von Magdala denkt zuerst, der Leib sei weggebracht worden (vgl. Johannes 20.2)
Das zeigt, dass die Auferstehung keine vorschnelle Deutung ist, sondern eine Wirklichkeit, die sich allmählich aufdrängt.
Eine Übereinstimmung zwischen den Berichten
Die Unterschiede zwischen den Evangelien (Namen, Einzelheiten, Reihenfolge der Ereignisse) heben sich nicht auf, sondern ergänzen sich:
eine größere Gruppe von Frauen (vgl. Lukas 24.10)
unterschiedliche Schwerpunkte je nach Zeugen
Berichte, die sich mal auf die Gruppe, mal auf Maria von Magdala konzentrieren
Diese Vielfalt passt zu voneinander unabhängigen Zeugnissen.
Tragweite des Zeugnisses der Frauen
Im Umfeld des 1. Jahrhunderts hatte das Zeugnis von Frauen wenig rechtliches Gewicht. Dennoch:
sind sie die Ersten am Grab
werden sie als Erste unterrichtet
werden sie als Erste gesandt
Diese Umkehrung ist auffällig und schwer als strategische Konstruktion zu erklären. Sie entspricht eher dem Anliegen, dem tatsächlichen Zeugnis treu zu bleiben.
Schlussfolgerung
Die Frauen nehmen im Bericht von der Auferstehung einen wesentlichen Platz ein:
sie stellen das leere Grab fest
sie empfangen die Botschaft des Engels
sie werden die ersten Botinnen
einige von ihnen begegnen dem Auferstandenen
Eine starke Linie zeichnet sich ab: Wo menschliche Erwartungen durchkreuzt werden, wählt Gott unerwartete Zeugen, um das zentrale Ereignis des christlichen Glaubens zu offenbaren.
Schlussfolgerung
Die Evangelienberichte lassen eine Umkehrung der Erwartungen erkennen: In dem Augenblick, in dem die Furcht einen großen Teil der Jünger zerstreut, bleiben Frauen. Ihre Anwesenheit am Fuß des Kreuzes, am Grab und im Morgengrauen der Auferstehung ist kein nebensächliches Detail, sondern ein echter roter Faden der Erzählung, der den Tod mit dem Leben verbindet und die Kontinuität des Zeugnisses sichert.
Dass ihre Namen bewahrt wurden, besonders bei Matthäus, Markus und Johannes, zeigt, dass ihre Rolle nicht nur der geistlichen Erbauung dient, sondern auch der historischen Erinnerung. Diese Frauen sind keine anonymen Gestalten: Sie werden als verlässliche Zeuginnen anerkannt, deren Wort das Herz des christlichen Ereignisses trägt.
Die Nennung dieser Frauen erhält ihren vollen Sinn im Vorgehen der Evangelisten: Sei es, weil der Zusammenhang ihre Lage unklar machte, sei es, weil sie den ersten Gemeinden bereits bekannt waren – ihre genaue Benennung zeigt den Willen, keinen anonymen oder vagen Bericht weiterzugeben. Indem die Autoren sie nennen, geben sie zu verstehen, dass ihr Zeugnis auf wirklichen Personen beruht, deren Erfahrung erkannt und getreu weitergegeben werden kann. Mit anderen Worten: Es geht nicht nur darum, ein Ereignis zu erzählen, sondern sich auf identifizierbare Zeugen zu stützen, die seine Verlässlichkeit gewährleisten.
So wird ihre stille, aber beharrliche Treue zu einem zentralen Element der Botschaft des Evangeliums. Anwesend, wo alles verloren scheint, sind sie auch die Ersten, die die Botschaft vom neuen Leben empfangen. Ihr Zeugnis erinnert daran, dass in den dunkelsten Augenblicken demütiges Durchhalten zum Ort werden kann, an dem das Wesentliche bewahrt und weitergegeben wird.
Ein Titel, eine Person, ein Ort, eine Bibelstelle („Lukas 15“)…
Bibelstelle
INF279
Hinweis
INF279 - Wie viele Frauen standen nach Johannes unter dem Kreuz?
Wie viele Frauen standen nach Johannes unter dem Kreuz?
Die Schwierigkeit des Johannestextes rührt daher, dass sein Satz auf zwei verschiedene Weisen verstanden werden kann.
Certaines traductions, comme la S21, donnent l’impression d’une simple énumération :
Jean 19.25 (S21)
25 Près de la croix de Jésus se tenaient sa mère, la sœur de sa mère, Marie la femme de Clopas et Marie de Magdala.
D’autres, comme Darby ou la Parole Vivante, maintiennent une certaine ambiguïté dans la construction :
Jean 19.25 (Darby)
25 Or, près de la croix de Jésus, se tenaient sa mère, et la sœur de sa mère, Marie, de Clopas, et Marie de Magdala.
Dans ces formulations, il est possible de rattacher le nom « Marie » soit à la sœur de la mère de Jésus, soit à la femme de Clopas.
Eine Schwierigkeit: zwei Schwestern namens Maria?
Bezieht man „Maria“ auf „die Schwester seiner Mutter“, so hieße das, dass zwei Schwestern denselben Vornamen tragen.
Nun ist Maria (Miryam) zwar zur damaligen Zeit ein sehr häufiger Vorname, doch war es innerhalb einer Familie im Allgemeinen üblich, die Kinder durch verschiedene Vornamen zu unterscheiden. Zwei Schwestern namens „Maria“ zu haben, bleibt also möglich, ist aber ungewöhnlich.
Diese Schwierigkeit veranlasst manche, eine andere Lesart vorzuziehen.
Zwei Möglichkeiten, die Aufzählung zu verstehen
1) Lesart mit vier verschiedenen Frauen (die verbreitetste)
Man versteht den Vers als Aufzählung von vier Personen:
Maria, die Mutter Jesu
die Schwester seiner Mutter (namenlos)
Maria, die Frau des Klopas
Maria von Magdala
In diesem Fall ist die Schwester Marias nicht identifiziert, und nichts erlaubt die Aussage, dass es sich um Salome handelt.
2) Lesart mit drei Frauen (mit Apposition)
Eine andere Lesart besteht darin, zwei Ausdrücke als Bezeichnung derselben Person zu verstehen:
Maria, die Mutter Jesu
la sœur de sa mère, Marie femme de Clopas
Maria von Magdala
Ici, la sœur de Marie serait Marie de Clopas. Cette lecture réduit le nombre de femmes à trois, mais suppose que deux sœurs portent le même prénom.
Woher diese Unsicherheit?
Sie rührt vom griechischen Urtext her, der keine Satzzeichen enthält. Es sind also die Leser und Übersetzer, die entscheiden müssen, wie der Satz zu gliedern ist.
Schlussfolgerung
La lecture la plus courante aujourd’hui retient quatre femmes : Marie, mère de Jésus ; une sœur anonyme ; Marie de Clopas ; et Marie de Magdala. Dans ce cas, trois des quatre femmes portent le nom de Marie.
Allerdings erscheint Salome, die von Markus als Mutter der Söhne des Zebedäus erwähnt wird, bei Johannes nicht ausdrücklich. Soll man in ihr eine fünfte Frau sehen oder sie mit der Schwester Marias gleichsetzen? Diese Hypothese ist möglich, bleibt aber unsicher, da kein Text sie eindeutig bestätigt.
Wir haben es also mit einer plausiblen Rekonstruktion zu tun, nicht aber mit einer ausdrücklichen Gewissheit der Evangelien.
INF022
Hinweis
INF022 - La traduction de la Bible en allemand
Die Übersetzung der Bibel ins Deutsche
Martin Luther a traduit la Bible en allemand pour plusieurs raisons importantes :
Accessibilité : Luther voulait que la Bible soit accessible à tous les gens, pas seulement aux clercs et aux érudits. À l'époque, la Bible était principalement disponible en latin, une langue que la plupart des gens ne comprenaient pas. En traduisant la Bible en allemand, il a permis aux laïcs de lire et de comprendre les Écritures par eux-mêmes.
Réforme de la foi : Luther croyait que la compréhension personnelle des Écritures était essentielle pour la foi chrétienne. Il pensait que chaque individu devait pouvoir lire et interpréter la Bible sans l'intermédiaire de l'Église.
Critique des indulgences : En traduisant la Bible, Luther a pu montrer que les indulgences et d'autres pratiques de l'Église catholique n'étaient pas fondées sur les Écritures. Cela a renforcé son argumentation contre ces pratiques et a aidé à propager ses idées de réforme.
Standardisation de la langue : La traduction de Luther a joué un rôle crucial dans la standardisation de la langue allemande. Son travail a contribué à unifier les différentes variantes régionales de l'allemand et à créer une langue plus cohérente et compréhensible pour les lecteurs.
En résumé, la traduction de la Bible par Luther a été une étape majeure vers la Réforme protestante et a eu un impact durable sur la langue, la culture et la religion en Allemagne et au-delà.
INF004
Hinweis
INF004 - Les romains
Die Römer
En l’an -63 av. J.-C. le général romain Pompée, envahi le territoire d’Israël et prend Jérusalem. Le judaïsme grâce à Jule César devient en l’an -45 av. J.-C. une religion légale.
Cinq ans plus tard, en -40 av. J.-C. L’empereur Auguste met un terme à la dynastie hasmonéenne et nomme Hérode le Grand, un Iduméen, donc, pas de lignée royale, roi des Juifs.
Quelques années, après la mort d’Hérode le Grand, en l’an 6, Rome change le statut de la Judée ainsi que de la Samarie et de l’Idumée (l’Edom biblique) pour le transformer en provinces romaines placées sous la responsabilité de procurateurs romains.
Les fils du monarque Hérode seront promus par l’autorité romaine, tétrarques, et gouverneront ces différentes provinces sous l’égide de ces procurateurs.
Nous sommes par conséquent, pendant le ministère du Messie Jésus avec un préfet, Ponce Pilate et un tétrarque, Hérode Antipas qui se partagent le pouvoir. Les deux hommes se haïssent jusqu’au jour de la condamnation du Messie Jésus (Lukas 23.12).
Quarante ans après la crucifixion du Messie Jésus, l’insurrection des Juifs, commencée en 66, est jugulée, Titus détruit le temple de Jérusalem en l’an 70 et tout se termine avec la chute de Massada le 2 mai 73.
D’autres révoltes suivront jusqu’en 135.
En 130, l’empereur Hadrien change de nouveau le statut du pays d’Israël, en créant une nouvelle colonie romaine, le nom de Jérusalem est remplacé par Aelia Capitolina.
Le Messie Jésus exercera son ministère dans un territoire occupé par les Romains, avec un gouverneur désigné par Rome.
Trois hommes se partagent donc à ce moment de l’histoire, la direction du pays d’Israël :
Ponce Pilate, le préfet romain, il détient tous les pouvoirs en particulier sur la Judée.
Hérode Antipas, règne sur la Galilée et la Pérée.
Le Souverain Sacrificateur, Caïphe, responsable des problèmes religieux.
INF118
Hinweis
INF118 - Cléopas
Kleopas
Cléopas est l'un des deux disciples que Jésus rencontra sur le chemin d'Emmaüs après sa résurrection. Voici quelques détails sur lui :
Cléopas dans les Écritures
Lukas 24.18 : Cléopas est mentionné comme l'un des deux disciples qui parlaient avec Jésus ressuscité sur le chemin d'Emmaüs. Le nom de l'autre disciple n'est pas mentionné2. Markus 16.12-13 : Ce passage fait également référence à Cléopas et à un autre disciple rencontrant Jésus ressuscité.
Tradition Chrétienne
Mariage et Descendance : Selon la tradition chrétienne, Cléopas est marié à Marie Jacobé, l'une des Trois Maries. Ensemble, ils ont deux fils : Jacques le Mineur et Joset. Parenté avec Jésus : Cléopas est souvent identifié comme le frère de Joseph, le père adoptif de Jésus, ce qui en ferait l'oncle de Jésus. Autres Noms : Le nom Cléopas est parfois associé à Clopas, et il est possible qu'il soit le même personnage.
Le compagnon de Cléopas sur le chemin d'Emmaüs : Certains chercheurs considèrent que ce compagnon pourrait être son épouse, ce qui signifierait qu'ils repartaient chez eux.
Ces détails montrent que Cléopas joue un rôle important dans les récits de la résurrection de Jésus et dans la tradition chrétienne.
INF089
Hinweis
INF089 - Le sabbat
Der Sabbat
Le sabbat est un jour de repos et de sanctification dans la tradition juive, observé du vendredi soir au samedi soir. Voici quelques éléments importants à connaître sur le sabbat :
Origines et Signification
Commandement Biblique : Le sabbat est l'un des Dix Commandements donnés par Dieu à Moïse sur le mont Sinaï. Il est mentionné à plusieurs reprises dans la Torah, notamment dans Exode 20.8-11 et Deutéronome 5.12-15. Création : Le sabbat commémore le jour de repos de Dieu après les six jours de la création, tel que décrit dans Genèse 2.2-3. Libération d'Égypte : En plus de la création, le sabbat est aussi un rappel de la libération des Israélites de l'esclavage en Égypte, symbolisant la liberté et la sanctification.
Observance et Pratiques
Repos : Le sabbat est un jour de repos complet où les travaux créatifs (appelés "melakhot") sont interdits. Cela inclut des activités comme cuisiner, écrire, allumer un feu, et plus encore. Célébration : Le sabbat commence le vendredi soir avec un repas festif, souvent précédé par l'allumage des bougies du sabbat. Des prières spéciales, comme le Kiddouch (sanctification), sont récitées. Services Religieux : Les juifs pratiquants assistent aux services religieux dans les synagogues, où des lectures spéciales de la Torah et des prières sont effectuées.
Temps en Famille et Spiritualité : Le sabbat est aussi un moment de rassemblement familial, d'étude de la Torah, et de réflexion spirituelle.
Importance Spirituelle
Lien avec Dieu : Le sabbat est un temps consacré à la spiritualité et au renforcement du lien avec Dieu, un temps de repos physique et spirituel. Communauté : Le sabbat encourage le rassemblement communautaire et familial, renforçant les liens sociaux et religieux.
Signification du Sabbat pour les Juifs
Pour les Juifs, le sabbat est bien plus qu'un simple jour de repos. Il est un rappel hebdomadaire de la création du monde et un symbole du pacte entre Dieu et le peuple d'Israël. Le sabbat est un temps sacré dédié à la prière, à la réflexion spirituelle, et à la communion familiale et communautaire.
L'observation du sabbat implique l'abstention de tout travail, la participation à des services religieux à la synagogue, la préparation de repas spéciaux et la célébration en famille. C'est un moment pour se détacher des préoccupations matérielles et se concentrer sur le spirituel, renforçant ainsi les liens avec Dieu et avec les proches.
Application du Sabbat au Temps de Jésus
Au temps de Jésus, le sabbat avait une grande importance religieuse et sociale. Les lois du sabbat étaient scrupuleusement observées, et les pharisiens, ainsi que les scribes, étaient particulièrement vigilants quant au respect strict de ces lois. Ils avaient élaboré un ensemble détaillé de règles pour déterminer ce qui était considéré comme un "travail" interdit le jour du sabbat.
Jésus, cependant, a souvent défié ces interprétations rigides des lois du sabbat. Par exemple, il a guéri des malades le jour du sabbat, ce qui a provoqué des controverses avec les autorités religieuses de son temps. Jésus a enseigné que le sabbat a été fait pour l'homme, et non l'homme pour le sabbat (Marc 2.27), soulignant ainsi l'importance de la compassion et de l'humanité par rapport aux règles strictes.
L'approche de Jésus vis-à-vis du sabbat mettait en lumière l'idée que les lois religieuses devaient servir le bien-être des gens, plutôt que devenir des fardeaux oppressifs. Cette perspective a contribué à des tensions entre lui et les autorités religieuses, et a joué un rôle dans les conflits qui ont finalement conduit à sa crucifixion.
Le sabbat est une institution centrale du judaïsme, symbolisant le repos, la sanctification, et le lien avec Dieu. Il joue un rôle essentiel dans la vie religieuse et sociale des juifs, offrant une pause hebdomadaire dédiée à la réflexion, à la prière, et à la communion avec les proches.