Wunder und Streitgespräche

  • Der Messias Jesus wird nach einem Wunder angefochten

    In Jerusalem wird der Messias Jesus nach der Heilung eines stummen Besessenen von Gegnern angefochten, die seine Macht auf Beelzebul zurückführen und ein neues Zeichen fordern. Er antwortet mit logischen und geistlichen Argumenten, verweist auf das Zeichen des Jona, lenkt ein Lob auf den Gehorsam gegenüber dem Wort um und schließt mit einem Bild vom inneren Licht. Diese Rede, die nur Lukas überliefert (11.14-36), veranschaulicht zwei gegensätzliche Haltungen gegenüber dem Messias: den echten Glauben und die ungläubige Ablehnung.

    Lukas 11.14-36 (Lutherbibel 1912) :
    Und er trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich.Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel.Die andern aber versuchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel.Er aber erkannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit sich selbst uneins wird, das wird wüst; und ein Haus fällt über das andere.Ist denn der Satanas auch mit sich selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr sagt, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub.So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein.So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt ja das Reich Gottes zu euch.Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahrt, so bleibt das seine mit Frieden.Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und teilt den Raub aus.Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfährt, so durchwandelt er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht, so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin.Und wenn er kommt, so findet er's gekehrt und geschmückt.Dann geht er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und es wird hernach mit demselben Menschen ärger denn zuvor.Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast.Er aber sprach: Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.Das Volk aber drang hinzu. Da fing er an und sagte: Dies ist eine arge Art; sie begehrt ein Zeichen, und es wird ihr kein Zeichen gegeben denn nur das Zeichen des Propheten Jona.Denn wie Jona ein Zeichen war den Niniviten, also wird des Menschen Sohn sein diesem Geschlecht.Die Königin von Mittag wird auftreten vor dem Gericht mit den Leuten dieses Geschlechts und wird sie verdammen; denn sie kam von der Welt Ende, zu hören die Weisheit Salomos. Und siehe, hier ist mehr denn Salomo.Die Leute von Ninive werden auftreten vor dem Gericht mit diesem Geschlecht und werden's verdammen; denn sie taten Buße nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr denn Jona.Niemand zündet ein Licht an und setzt es an einen heimlichen Ort, auch nicht unter einen Scheffel, sondern auf den Leuchter, auf daß, wer hineingeht, das Licht sehe.Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn nun dein Auge einfältig ist, so ist dein ganzer Leib licht; so aber dein Auge ein Schalk ist, so ist auch dein Leib finster.So schaue darauf, daß nicht das Licht in dir Finsternis sei.Wenn nun dein Leib ganz licht ist, daß er kein Stück von Finsternis hat, so wird er ganz licht sein, wie wenn ein Licht mit hellem Blitz dich erleuchtet.
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  • Das Urteil über die Religionsgelehrten und die Vorwürfe des Messias Jesus

    Bei einer Mahlzeit im Haus eines Pharisäers in Jerusalem (Ende 32) spricht Jesus scharfe Vorwürfe gegen die Pharisäer und die Gesetzeslehrer aus. Lukas 11,38-54, das einzige Evangelium, das diese Episode berichtet, beschreibt eine feindselige Atmosphäre, in der die religiösen Autoritäten nach Beweisen suchen, um Jesus zu verurteilen. Seine schneidenden Worte sind in Wirklichkeit ein Ruf zur Umkehr, der von Männern überhört wird, die von Stolz verblendet sind.

    Lukas 11.53 (Lutherbibel 1912) :
    Da er aber solches zu ihnen sagte, fingen an die Schriftgelehrten und Pharisäer, hart auf ihn zu dringen und ihm mit mancherlei Fragen zuzusetzen,
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  • Erinnerung an das Massaker an den Galiläern durch Pilatus

    Die Perikope PER229 (Lukas 13,1-5) berichtet, wie Zeugen eines pharisäischen Mahls Jesus auf das Massaker des Pilatus an Galiläern ansprechen. Jesus weigert sich, darin eine göttliche Strafe zu sehen, und ruft zur persönlichen Umkehr auf; er nennt auch den Einsturz des Turms von Siloah. Er lehrt, dass der Tod das gemeinsame Los aller ist und dass allein die Umkehr den Zugang zum Reich Gottes öffnet.

    Lukas 13.1-5 (Lutherbibel 1912) :
    Es waren aber zu der Zeit etliche dabei, die verkündigten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihrem Opfer vermischt hatte.Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder gewesen sind, dieweil sie das erlitten haben?Ich sage: Nein; sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen.Oder meinet ihr, daß die achtzehn, auf die der Turm von Siloah fiel und erschlug sie, seien schuldig gewesen vor allen Menschen, die zu Jerusalem wohnen?Ich sage: Nein; sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen.
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