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Das Abschiedsgebet: Jesus, der Messias, betet für sich selbst

Dieser Artikel behandelt das Abschiedsgebet Jesu im Johannesevangelium. Vor seiner Kreuzigung betet er nach dem göttlichen Plan laut für seine Jünger. Die in Jerusalem spielende Szene offenbart die Einheit zwischen Jesus und Gott und ist ein starkes Zeugnis, das den Glauben der Jünger festigt. Dieses Gebet unterstreicht, dass Jesus sich der kommenden Ereignisse bewusst ist, und seine Hingabe an seine erlösende Sendung.

9 min Abschiedsgebet Jesus Kreuzigung Johannes 12 Verse 5 Bücher

Weiterführende Lektüre

Bibeltexte

Matthäus
Matthäus ( 1912) im Buch nicht erwähnt
Markus
Markus ( 1912) im Buch nicht erwähnt
Lukas
Lukas ( 1912) im Buch nicht erwähnt
Johannes
Johannes 16.5-33 ( 1912)

Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fragt mich: Wo gehst du hin?

Sondern weil ich solches geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns geworden.

Aber ich sage euch die Wahrheit: es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; so ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.

Und wenn derselbe kommt, wird er die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht:

um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich;

um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht sehet;

um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist.

Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.

Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkünden.

Derselbe wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen.

Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich euch gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.

Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater.

Da sprachen etliche unter seinen Jüngern untereinander: Was ist das, was er sagt zu uns: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und: Ich gehe zum Vater?

Da sprachen sie: Was ist das, was er sagt: Über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet.

Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fragt ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen.

Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehrt werden.

Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist.

Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.

Und an dem Tage werdet ihr mich nichts fragen. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er's euch geben.

Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei.

Solches habe ich zu euch durch Sprichwörter geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwörter mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater.

An dem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will;

denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin.

Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.

Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagst kein Sprichwort.

Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt und bedarfst nicht, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist.

Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubet ihr?

Siehe, es kommt die Stunde und ist schon gekommen, daß ihr zerstreut werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich allein lasset. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.

Solches habe ich mit euch geredet, daß ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Technische Einzelheiten

Jahr 33 n. Chr.

Ort: Die Stadt Jerusalem, das Haus der Maria, der Mutter des Johannes Markus

Datum: Freitag, der 1. April, sehr früh am Morgen

Vorgehensweise: Wir folgen nun Johannes

Anmerkung zur Vorgehensweise: Johannes ist der Einzige, der diese letzten Lehren des Meisters festhält

Karte von Jerusalem und Umgebung
Balkendiagramm Freitag

Jesus, der Messias, tröstet seine Jünger und Freunde, nachdem er von Verfolgungen gesprochen hat.

Chronologische Einzelheiten nach unseren Schlussfolgerungen:

_3 Das Haus ist unserer Ansicht nach das der Maria, der Mutter des Johannes mit dem Beinamen Markus. Apostelgeschichte 12.12.

_4 Das Passamahl beginnt am Donnerstagabend nach 18 Uhr. Für die Juden ist es bereits Freitag (Markus 14.17, Matthäus 26.20, Lukas 22.14-18). Es handelt sich also nicht um den offiziellen Seder, der am Freitagabend stattfinden wird Johannes 18.28.

_5 Das Mahl endet am Freitagmorgen vor Tagesanbruch, zwischen Mitternacht und 2.30 Uhr.

_6 Judas Iskariot ist vor dem Ende dieses Mahls gegangen. Johannes 13.30.

Die vollständige Chronologie finden Sie in der Studie ANN026 : Die Stunde der Kreuzigung.

Kommentar:

Hier haben wir die Worte eines Gebets Jesu, des Messias, an seinen Vater, und Johannes war dessen unmittelbarer Zeuge (Johannes 17.1). Die Szene spielt sich aller Wahrscheinlichkeit nach noch im Haus der Maria ab, was bedeutet, dass der Meister, bevor er dieses Haus verließ, vor seinen Jüngern laut zu seinem Vater betete.

Diese Vertrautheit ist nicht üblich, denn Jesus, der Messias, zog sich gewöhnlich zurück, um allein zu seinem Vater zu beten (Markus 1.35); hier aber will er, dass seine Jünger hören und verstehen, was auf dem Spiel steht. Jesus, der Messias, ist sich der bevorstehenden Ereignisse voll bewusst, er kennt den Willen des Vaters und erklärt: „Die Stunde ist gekommen“, und zeigt damit, dass sein Weg Teil des seit langem festgelegten göttlichen Plans ist (Johannes 12.23).

Nichts ist zufällig, alles ist nach dem Willen des Vaters vorgesehen und gefügt. Jesus, der Messias, zieht vor Gott die Bilanz seines Werkes und bekräftigt, dass er den ihm anvertrauten Auftrag erfüllt hat (Johannes 17.4); er muss ihn nun durch die Hingabe seines Lebens zu Ende führen.

Der Schlüssel zum Verständnis dieser letzten Worte liegt in der Geschichte, die sich vor den Augen der Jünger abspielen wird, denn das, was sie erleben werden, wird ihnen erlauben, sich zu erinnern und zu begreifen, dass ihr Meister alles im Voraus wusste und dass ihm nichts entging (Johannes 13.19).

So wird dieses Gebet für sie zu einem kostbaren Zeugnis, das die Ereignisse der Passion erhellt und die vollkommene Einheit zwischen dem Sohn und dem Vater bestätigt.