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Die Fragen der Pharisäer und der Herodianer

Im Tempel von Jerusalem versuchen die Sadduzäer, Jesus mit einer Frage zur Auferstehung in eine Falle zu locken, in der es um eine Frau geht, die sieben Männer hatte. Jesus antwortet, indem er ihre Unkenntnis der Schriften und der Kraft Gottes aufdeckt: Im künftigen Leben heiratet man nicht mehr. Er beweist die Auferstehung aus der Tora, indem er 2. Mose 3,6 zitiert: Gott ist ein Gott der Lebenden, nicht der Toten. Seine Gegner werden zum Schweigen gebracht.

10 Min. Sadduzäer Auferstehung ewiges Leben Tempel von Jerusalem Streitgespräche 13 Verse 7 Bücher

Siehe auch

Bibeltexte

Matthäus
Matthäus 22.23-33 ( 1912)

An dem Tage traten zu ihm die Sadduzäer, die da halten, es sei kein Auferstehen, und fragten ihn

und sprachen: Meister, Mose hat gesagt: So einer stirbt und hat nicht Kinder, so soll sein Bruder sein Weib freien und seinem Bruder Samen erwecken.

Nun sind bei uns gewesen sieben Brüder. Der erste freite und starb; und dieweil er nicht Samen hatte, ließ er sein Weib seinem Bruder;

desgleichen der andere und der dritte bis an den siebenten.

Zuletzt nach allen starb auch das Weib.

Nun in der Auferstehung, wes Weib wird sie sein unter den sieben? Sie haben sie ja alle gehabt.

Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt und wisset die Schrift nicht, noch die Kraft Gottes.

In der Auferstehung werden sie weder freien noch sich freien lassen, sondern sie sind gleichwie die Engel Gottes im Himmel.

Habt ihr nicht gelesen von der Toten Auferstehung, was euch gesagt ist von Gott, der da spricht:

“Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs”? Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen.

Und da solches das Volk hörte, entsetzten sie sich über seine Lehre.

Markus
Markus 12.18-27 ( 1912)

Da traten die Sadduzäer zu ihm, die da halten, es sei keine Auferstehung; die fragten ihn und sprachen:

Meister, Mose hat uns geschrieben: Wenn jemands Bruder stirbt und hinterläßt ein Weib, und hinterläßt keine Kinder, so soll sein Bruder sein Weib nehmen und seinem Bruder Samen erwecken.

Nun sind sieben Brüder gewesen. Der erste nahm ein Weib; der starb und hinterließ keinen Samen.

Und der andere nahm sie und starb und hinterließ auch nicht Samen. Der Dritte desgleichen.

Und es nahmen sie alle sieben und hinterließen nicht Samen. Zuletzt nach allen starb das Weib auch.

Nun in der Auferstehung, wenn sie auferstehen, wes Weib wird sie sein unter ihnen? Denn sieben haben sie zum Weibe gehabt.

Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Ist's nicht also? Ihr irrt darum, daß ihr nichts wisset von der Schrift noch von der Kraft Gottes.

Wenn sie von den Toten auferstehen werden, so werden sie nicht freien noch sich freien lassen, sondern sie sind wie die Engel im Himmel.

Aber von den Toten, daß sie auferstehen werden, habt ihr nicht gelesen im Buch Mose's bei dem Busch, wie Gott zu ihm sagte und sprach: “Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs”?

Gott aber ist nicht der Toten, sondern der Lebendigen Gott. Darum irrt ihr sehr.

Lukas
Lukas 20.27-40 ( 1912)

Da traten zu ihm etliche der Sadduzäer, welche da halten, es sei kein Auferstehen, und fragten ihn

und sprachen: Meister, Mose hat uns geschrieben: So jemandes Bruder stirbt, der ein Weib hat, und stirbt kinderlos, so soll sein Bruder das Weib nehmen und seinem Bruder einen Samen erwecken.

Nun waren sieben Brüder. Der erste nahm ein Weib und starb kinderlos.

Und der andere nahm das Weib und starb auch kinderlos.

Und der dritte nahm sie. Desgleichen alle sieben und hinterließen keine Kinder und starben.

Zuletzt nach allen starb auch das Weib.

Nun in der Auferstehung, wes Weib wird sie sein unter denen? Denn alle sieben haben sie zum Weibe gehabt.

Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Kinder dieser Welt freien und lassen sich freien;

welche aber würdig sein werden, jene Welt zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die werden weder freien noch sich freien lassen.

Denn sie können hinfort nicht sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder, dieweil sie Kinder sind der Auferstehung.

Daß aber die Toten auferstehen, hat auch Mose gedeutet bei dem Busch, da er den HERRN heißt Gott Abrahams und Gott Isaaks und Gott Jakobs.

Gott aber ist nicht der Toten, sondern der Lebendigen Gott; denn sie leben ihm alle.

Da antworteten etliche der Schriftgelehrten und sprachen: Meister, du hast recht gesagt.

Und sie wagten ihn fürder nichts mehr zu fragen.

Johannes
Johannes ( 1912) im Buch nicht erwähnt

Technische Details

Jahr 33

Ort: Der Vorhof des Tempels von Jerusalem

Datum: Dienstag, 29. März 33 n. Chr.

Vorgehensweise: Wir fahren mit Markus fort

Hinweis zum Vorgehen: Matthäus und Lukas berichten ebenfalls von dieser Rede

Karte von Jerusalem und Umgebung
Balkendiagramm Dienstag, 29. März

Der Messias Jesus unterhält sich nun mit den .

Kommentar

Nach den und den Herodianern greifen nun die ein. Alle versuchen, den Messias Jesus in Verlegenheit zu bringen. Es ist ein regelrechter Wettstreit: Jede religiöse Gruppe schickt ihren gelehrtesten Vertreter, um ihn vor dem Volk zu widerlegen. Sie hoffen, endlich den zu finden, dem es gelingt, diesen Mann aus Galiläa zum Schweigen zu bringen. Keine ihrer Fragen hat eine aufrichtig geistliche oder lehrhafte Absicht; ihr einziges Ziel ist es, ihn in eine Falle zu locken (Matthäus 22.15).

Die , die nicht an die Auferstehung der Toten glauben (Apostelgeschichte 23.8), haben ihre Frage sorgfältig vorbereitet. Selbstsicher legen sie sie dem Meister vor, fest entschlossen, ihn ins Unrecht zu setzen: Eine Frau, die nacheinander sieben Brüder zu Ehemännern hatte, ohne ein Kind zu bekommen – wessen Frau wird sie bei der Auferstehung sein? Die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine solche Lage ergibt, ist gleich null, doch Jesus verachtet sie nicht. Er willigt ein, ihnen ruhig zu antworten, und deckt ihren Irrtum von Grund auf auf.
Jesus erinnert sie daran, dass ihr Unverständnis aus ihrer Unkenntnis der Schriften und der Kraft Gottes stammt (Matthäus 22.29).

In der kommenden Welt, sagt er, heiratet man weder, noch lässt man sich heiraten, denn die Auferstandenen werden den Engeln gleich sein und für Gott leben (Lukas 20.35-36). Dann beruft er sich zur Untermauerung seiner Lehre auf die , die einzige Autorität, die die anerkennen, und erinnert an die Worte Gottes an Mose: „Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“ (2. Mose 3.6). Mit diesen Worten zeigt der Messias Jesus, dass Gott nicht ein Gott der Toten ist, sondern der Lebenden; diese Patriarchen leben noch in seiner Gegenwart (Matthäus 22.32).

Seine Antwort, zugleich schlicht und kraftvoll, bringt seine Gegner zum Schweigen. Einige Schriftgelehrte räumen ein, dass er gut gesprochen hat (Lukas 20.39), und die Menge bewundert fasziniert diesen Galiläer, der den größten Lehrern Israels die Stirn zu bieten vermag. Nie hatte ein Mann aus dem Volk mit einer solchen Vollmacht gesprochen (Markus 1.22). Dieses Gespräch offenbart die göttliche Weisheit des Messias und rückt den wahren Glauben ins Licht: an einen lebendigen Gott zu glauben, der Herr ist über Leben und Tod (Römer 14.8-9).

Das ewige Leben, wie Jesus es lehrt, ist nicht die Fortsetzung dieser Welt, sondern eine herrliche Verwandlung in der Gegenwart Gottes selbst (Johannes 11.25-26).