Wir untersuchen die in 23 Abschnitte gegliederte Bergpredigt. Leicht erkennt man, dass Lukas alle unmittelbar mit dem mosaischen Gesetz verbundenen Themen auslässt. Sein Publikum besteht hauptsächlich aus Heiden, die die Regeln des jüdischen Lebens nicht kennen.
Der zweite Punkt veranschaulicht das Thema der vorherigen Allegorie noch stärker. Der Jünger soll das Licht der Welt sein und Gottes Licht in ihr widerspiegeln. Drei unterschiedliche Aspekte werden behandelt, führen aber alle zur selben Schlussfolgerung.
1. „Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt auf einem Berg kann nicht verborgen bleiben“: Der Messias Jesus vergleicht seine Jünger mit einer nicht zu verbergenden Stadt auf einem Berg. Durch ihre Lebensweise sollen sie ein sichtbares Beispiel für die Welt sein, wie eine Stadt auf einem Berg von Weitem sichtbar ist.
2. „Man zündet keine Lampe an, um sie unter einen Eimer zu stellen, sondern auf einen Ständer; dann leuchtet sie allen im Haus“: Eine Lampe wird angezündet, um einen Raum zu erhellen, nicht um verborgen zu werden. Die Jünger sollen also ihr „Licht“, Gottes Liebe und Wahrheit, für alle leuchten lassen.
3. „Lasst euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und die Herrlichkeit eures himmlischen Vaters preisen“: Der Messias Jesus erklärt, dass es nicht um eigenes Lob geht, sondern darum, andere zum Lob Gottes zu führen. Durch ein Leben nach Jesu Lehren können die Jünger anderen helfen, Gott zu erkennen und zu preisen.
In diesen Matthäusversen ermahnt der Messias Jesus seine Jünger zu einer Lebensweise, die Gottes Licht in der Welt widerspiegelt. Lukas behandelt dieses Thema hier nicht, nennt aber zwei Stellen über Licht und das Zeugnis des Jüngers (Lukas 8.16 und Lukas 11.33-35). Sie stammen aus anderen Gesprächen. Auch Markus 4.21 und Johannes 8.12 greifen das Thema auf, das an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten entfaltet wurde. Die Wiederholungen erleichterten das Behalten der vielen vom Messias Jesus angesprochenen Punkte.