PER146

Abendliche Erklärung verschiedener Gleichnisse (das Unkraut)

PER146 berichtet von Jesu Erklärung des Gleichnisses vom Unkraut gegenüber seinen Jüngern (Mt 13.36-43), die ausschließlich Matthäus überliefert. Jesus zeigt darin eine Auslegungsmethode mit drei Schwerpunkten: symbolische Zuordnung der Elemente, endzeitliche Dimension und praktische Anwendung. Dieser Abschnitt gehört zur Rede mit den sieben Gleichnissen über das Reich Gottes, die Matthäus in Kapitel 13 zusammengestellt hat.

9 min Gleichnis vom Unkraut Erklärung der Gleichnisse Matthäus 13 Reich Gottes Eschatologie 11 Verse 1 Buch

Weiterführende Lektüre

Bibeltexte

Matthäus
Matthäus 13.24-30 ( 1912)

Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte.

Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon.

Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut.

Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?

Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan. Da sagten die Knechte: Willst du das wir hingehen und es ausjäten?

Er sprach: Nein! auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausjätet.

Lasset beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuer.

Matthäus
Matthäus 13.36-43 ( 1912)

Da ließ Jesus das Volk von sich und kam heim. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Geheimnis vom Unkraut auf dem Acker.

Er antwortete und sprach zu ihnen: Des Menschen Sohn ist's, der da Guten Samen sät.

Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reiches. Das Unkraut sind die Kinder der Bosheit.

Der Feind, der sie sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel.

Gleichwie man nun das Unkraut ausjätet und mit Feuer verbrennt, so wird's auch am Ende dieser Welt gehen:

des Menschen Sohn wird seine Engel senden; und sie werden sammeln aus seinem Reich alle Ärgernisse und die da unrecht tun,

und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Zähneklappen.

Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Markus
Markus ( 1912) im Buch nicht erwähnt
Lukas
Lukas ( 1912) im Buch nicht erwähnt
Johannes
Johannes ( 1912) im Buch nicht erwähnt

Technische Einzelheiten

Balkendiagramm zum Jahr 31

Ort: Eine kleine Bucht am Ufer des , nahe Kapernaum in Galiläa.

Datum: November oder Dezember 31

Vorgehensweise: Wir fahren mit Matthäus fort

Anmerkung zur Vorgehensweise: Nur Matthäus überliefert diese Erklärung.

Kapernaum

Untersuchung des zweiten dieser bedeutenden Rede, das vom Unkraut handelt (PER141).

Abendliche Erklärung verschiedener Gleichnisse (das Unkraut)

Abendliche Erklärung verschiedener Gleichnisse (das Unkraut)

Kommentare

Da Matthäus an diesem Gespräch teilnahm, erhalten wir einen Überblick über die Lehre für die Jünger Jesu, des Messias. Es handelt sich eindeutig um eine knappe Zusammenfassung.

Wir untersuchen die Erklärung des vom Unkraut (PER141) und meinen, dass diese Methode auf die anderen Gleichnisse angewandt werden kann.

Grundsatz zur Auslegung der Gleichnisse nach Jesu Lehren über das vom Unkraut.

1. Zuordnung der Schlüsselelemente und symbolische Auslegung: Jesus benennt die Hauptelemente des eindeutig und erklärt ihre symbolische Bedeutung. Im vom Unkraut erläutert er beispielsweise, dass das Feld die Welt darstellt, die gute Saat die Söhne des Reiches, das Unkraut die Söhne des Bösen, der Feind, der es sät, der Teufel, die Ernte das Ende der Welt und die Schnitter die Engel sind. Diese Zuordnung erschließt die geistliche Botschaft hinter der Geschichte und zeigt das Nebeneinander von Gut und Böse bis zum letzten Gericht.

2. Endzeitlicher Zusammenhang: Jesu Gleichnisse haben oft eine endzeitliche Dimension, beziehen sich also auf die Ereignisse am Ende der Zeiten. In diesem spricht er vom letzten Gericht und von der Trennung der Gerechten von den Bösen.

3. Praktische Anwendung: Der Messias Jesus erzählt nicht nur eine Geschichte, sondern zieht daraus praktische Lehren für seine Zuhörer. In diesem lehrt er über Gottes Geduld und die Wirklichkeit des kommenden Gerichts und ermutigt seine Jünger, im Glauben auszuharren.

Mit diesem Grundsatz lassen sich andere Gleichnisse auslegen: Man bestimmt die wesentlichen symbolischen Elemente, sucht ihre geistliche Bedeutung, berücksichtigt gegebenenfalls den endzeitlichen Zusammenhang und setzt die praktischen Lehren im Alltag um.

Dieser systematische Ansatz ermöglicht eine gründliche Auslegung der Gleichnisse Jesu und damit ein genaueres und seinen Lehren treueres Verständnis.

Wir stellen fest, dass sich die Erklärung auf die wesentlichen Tatsachen konzentriert, ohne auf Einzelheiten einzugehen. Die Aussagen der Knechte werden nicht erläutert. Deshalb ist es entscheidend, sich allein auf die Hauptpunkte zu konzentrieren. Die Einzelheiten des dienen dazu, dem Zuhörer die Szene anschaulich zu machen.

Die Untersuchung des vom Sämann (Matthäus 12.1-23, PER138) folgt einem ähnlichen Grundsatz.

Matthäus wird 7 Gleichnisse über das Reich Gottes berichten.

- Der Sämann, Matthäus 13.1-23, PER138
- Das Unkraut und der gute Same, Matthäus 13.24-30, Matthäus 13.36-43, PER141
- Das Senfkorn, Matthäus 13.31-32, PER143
- Der Sauerteig, Matthäus 13.33-35, PER145
- Der verborgene Schatz, Matthäus 13.44, PER147
- Die Perle, Matthäus 13.45-46, PER148
- Das Netz, Matthäus 13.47-52, PER149

Obwohl Jesus sieben Gleichnisse über das Reich Gottes vorgetragen haben könnte, ist es plausibler, dass Matthäus sie wegen ihrer gemeinsamen Themen zusammengestellt hat.