Es ist auffallend, dass der Meister die im Tempel niedergelegten Gaben aufmerksam beobachtet. Die Gaben der Reichen, die mit Pomp und Prahlerei eingeworfen wurden, konnten nicht unbemerkt bleiben.
Aber wie konnte er diese bescheidene Witwe und ihre geringe Gabe bemerken? Zwei kleine Münzen, in menschlichen Augen bedeutungslos, hatten dennoch mehr Wert als alle reichen Gaben.
Wenn diese Überlegung aus mathematischer Sicht unbegreiflich erscheint, so betrachtet der Meister die Lage doch nicht auf diese Weise. Diese arme Witwe, die zu ihrer Zeit namenlos blieb, ist wegen ihrer Glaubenstat in der ganzen Welt berühmt geworden.
In Markus 12.41-44 und Lukas 21.1-4 sieht der Messias Jesus also den Menschen zu, wie sie ihre Gabe in den Tempelschatz legen, und bemerkt diese Frau, die zwei kleine Münzen einwirft, alles, was sie zum Leben hat.
Diese Tat, die in den Augen der Welt unbedeutend ist, wird für den Messias zu einem leuchtenden Beispiel für Glauben, Aufrichtigkeit und völlige Hingabe. Während die Reichen von ihrem Überfluss geben, bringt sie das Kostbarste dar, was sie hat: ihr Vertrauen auf Gott.
Der Blick des Messias Jesus bleibt nicht bei der Menge stehen, sondern gilt der Qualität der Gabe und der Haltung des Herzens. Durch diesen Bericht stellt das Evangelium die menschlichen Maßstäbe für Wert und Größe auf den Kopf: Wahre Großzügigkeit bemisst sich nicht an dem, was man gibt, sondern an dem, was man für sich behält.
So wird diese Witwe zum Sinnbild des reinen Glaubens, der vertrauensvollen Hingabe und der echten Nächstenliebe. Sie lädt uns ein, Gott nicht das darzubringen, was uns übrig bleibt, sondern das, was wir sind, in Schlichtheit und Demut des Herzens.
Diese Frau, eine mittellose Witwe, zu ihrer Zeit unbedeutend, ist in der ganzen Welt bekannt geworden.