Matthäus, auch Levi genannt, plant nach Lukas ein großes Festmahl in seinem Haus und möchte alle Freunde und früheren Kollegen einladen. Jesus und seine sechs Apostel Simon Petrus, Andreas, Jakobus, Johannes, Philippus und Natanaël werden gewiss anwesend sein.
Matthäus möchte offenbar sein Zeugnis mit seinen Vertrauten teilen und sie mit Jesus bekannt machen. Sein Verzicht auf den vorteilhaften Beruf weckte sicher ihre Neugier. Alle wollten wahrscheinlich diesen neuen Meister kennenlernen, der das Leben ihres Kollegen so verändert hatte.
Matthäus unter den Aposteln überrascht, da seine gesellschaftliche Stellung ihn nicht für diese Gruppe vorzubereiten schien. Auch die Einzelheiten der Synoptiker überraschen, weil er in den Evangelien nie eine bedeutende Rolle spielte. Er wird nur in den vier Apostellisten genannt (Matthäus 10.1-4, Markus 3.13-19, Lukas 6.12-16 und Apostelgeschichte 1.13).
Warum erwähnen Matthäus, Markus und Lukas seine Berufung durch Jesus? In PER066 erklären wir als einzig plausiblen Grund, dass er das erste Evangelium verfasste und deshalb seine Stellung als Apostel betont werden musste.
Die Evangelien schildern nur die Berufung von fünf Jüngern ausführlich. Jesu Gegner bemängelten oft seinen Umgang mit gesellschaftlich Ausgegrenzten. Anders als Johannes der Täufer zögerte Jesus nicht, mit Steuereinnehmern oder auch Menschen schlechten Rufs zu essen.
Fünf der zwölf Apostel sind noch immer nicht namentlich erwähnt, besonders Judas Iskariot, der später entscheidend sein wird. Aus den von Lukas in Apostelgeschichte 1.21-22 zitierten Worten des Petrus wissen wir, dass alle zwölf dem Meister seit seiner Taufe folgten.
Matthäus’ Beruf lässt seine geistigen Fähigkeiten erkennen. Er sprach selbstverständlich Aramäisch, aber auch Griechisch. Er hätte die Kasse führen können, doch unserer Ansicht nach hatte Judas Iskariot diese Aufgabe bereits. Daher ist seine Anwesenheit bei diesem Festmahl denkbar, wenn auch nicht konkret belegt.