Hier sind die neun Gleichnisse des Evangeliums nach Markus, nach Themen geordnet, gefolgt von einer Analyse des roten Fadens. Markus bietet weniger Gleichnisse als Matthäus, aber sie laufen auf dieselbe Dynamik zu: das Geheimnis des Reiches durch Wachstum, Hören und Wachsamkeit zu offenbaren. Die drei großen Achsen sind:
1 _ Wesen und Wachstum des Reiches
PAR005 – Das Senfkorn Der Messias Jesus vergleicht das Reich mit einem winzigen Samenkorn, das zu einem großen Baum wird, in dem die Vögel des Himmels Zuflucht finden. Bezug: Markus 4.30-32 Anmerkung: Als bezeichnet. Auch zu finden in Matthäus 13.31-32 und Lukas 13.18-19.
PAR019 – Die im Verborgenen wachsende Saat Der Messias Jesus vergleicht das Reich mit einer Saat, die von selbst wächst, ohne dass der Mensch weiß, wie, bis zur Ernte. Bezug: Markus 4.26-29 Anmerkung: Als bezeichnet. Nur bei Markus. Sie veranschaulicht das geheimnisvolle und eigenständige Wachstum des Reiches.
PAR001 – Der Sämann Der Messias Jesus beschreibt einen Sämann, der den Samen auf verschiedene Böden streut, und veranschaulicht damit die unterschiedliche Aufnahme des Wortes je nach der Haltung des Herzens. Bezug: Markus 4.1-20 Anmerkung: Als bezeichnet. Auch zu finden in Matthäus 13.1-23 und Lukas 8.4-15.
2 _ Aufnahme des Wortes
PAR041 – Die Lampe auf dem Leuchter Der Messias Jesus lehrt, dass das Licht nicht verborgen, sondern sichtbar aufgestellt werden soll, wie eine Lampe auf dem Leuchter. Bezug: Markus 4.21-22 Anmerkung: Im Text nicht als bezeichnet, aber eine klare Bildrede. Auch zu finden in Matthäus 5.14-15 und Lukas 8.16.
PAR003 – Der neue Flicken und die Weinschläuche Der Messias Jesus veranschaulicht die Unvereinbarkeit von Altem und Neuem durch das Bild vom geflickten Kleid und von den neuen Schläuchen. Bezug: Markus 2.21-22 Anmerkung: In Lukas 5.36 als bezeichnet. Bildhaft in Markus und Matthäus 9.16-17.
3 _ Gericht und Verantwortung
PAR013 – Die bösen Weingärtner Der Messias Jesus erzählt von einem Herrn, der seinen Weinberg gewalttätigen Weingärtnern anvertraut, die seine Gesandten abweisen und seinen Sohn töten. Bezug: Markus 12.1-12 Anmerkung: Als bezeichnet. Auch zu finden in Matthäus 21.33-46 und Lukas 20.9-19.
PAR015 – Der und alle Bäume Der Messias Jesus vergleicht die Beobachtung der Zeichen in der Natur mit der geistlichen Wachsamkeit angesichts des nahenden Reiches. Bezug: .28-29 Anmerkung: In Lukas 21.29-31 als bezeichnet. Bildhaft in Markus und .32-33.
PAR020 – Der abwesende Herr Der Messias Jesus beschreibt einen Mann, der auf Reisen geht und seinen Knechten die Verantwortung überträgt, bis zu seiner Rückkehr zu wachen. Bezug: .34-37 Anmerkung: Nicht als bezeichnet, aber mit klarer erzählerischer Struktur. Zur Zeit der Abfassung nur bei Markus. Eine Variante findet sich in Lukas 12.35-38.
PAR042 – Der Starke und sein Besitz Der Messias Jesus spricht von einem Starken, dessen Besitz von einem Stärkeren geplündert wird, ein Bild für seinen Sieg über die gegnerischen Mächte. Bezug: Markus 3.27 Anmerkung: Nicht als bezeichnet, aber ein eindrückliches Bild. Auch zu finden in Matthäus 12.29.
Der rote Faden in den Gleichnissen des Markus
Markus entfaltet einen roten Faden, der um das Geheimnis des Reiches kreist: Es erschließt sich nur denen, die mit Glauben und Ausdauer zuhören. Seine Gleichnisse sind weniger zahlreich als die des Matthäus, dafür aber konzentrierter und symbolischer und oft von privaten Erklärungen an die Jünger begleitet (vgl. Markus 4.10-12). Sie betonen das verborgene Wachstum, die Notwendigkeit des inneren Hörens und die Wachsamkeit im Warten auf die Wiederkunft des Herrn.