PER050

Die Schwierigkeiten in Nazareth

Der Artikel untersucht Jesu Rückkehr nach Nazareth und den Unglauben seiner Landsleute. Trotz seiner Wunder in Kafarnaum und seiner Wahrnehmung als Messias wird er abgelehnt, was den Spruch „Ein Prophet gilt nichts im eigenen Land“ veranschaulicht.

4 Min. Nazaret Jesus Unglaube Prophet 4 Verse 3 Bücher

Siehe auch

Bibeltexte

Matthäus
Matthäus ( 1912) im Buch nicht erwähnt
Markus
Markus ( 1912) im Buch nicht erwähnt
Lukas
Lukas 4.16-30 ( 1912)

Und er kam gen Nazareth, da er erzogen war, und ging in die Schule nach seiner Gewohnheit am Sabbattage und stand auf und wollte lesen.

Da ward ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und da er das Buch auftat, fand er den Ort, da geschrieben steht:

“Der Geist des HERRN ist bei mir, darum, daß er mich gesalbt hat; er hat mich gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen die zerstoßenen Herzen, zu predigen den Gefangenen, daß sie los sein sollten, und den Blinden das Gesicht und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen,

und zu verkündigen das angenehme Jahr des HERRN.”

Und als er das Buch zutat, gab er's dem Diener und setzte sich. Und aller Augen, die in der Schule waren, sahen auf ihn.

Und er fing an, zu sagen zu ihnen: Heute ist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren.

Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich der holdseligen Worte, die aus seinem Munde gingen, und sprachen: “Ist das nicht Josephs Sohn?”

Und er sprach zu ihnen: Ihr werdet freilich zu mir sagen dies Sprichwort: Arzt, hilf dir selber! Denn wie große Dinge haben wir gehört, zu Kapernaum geschehen! Tue also auch hier, in deiner Vaterstadt.

Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch: “Kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterlande.

Aber in der Wahrheit sage ich euch: Es waren viele Witwen in Israel zu Elia's Zeiten, da der Himmel verschlossen war drei Jahre und sechs Monate, da eine große Teuerung war im ganzen Lande

und zu deren keiner ward Elia gesandt denn allein gen Sarepta der Sidonier zu einer Witwe.

Und viele Aussätzige waren in Israel zu des Propheten Elisa Zeiten; und deren keiner wurde gereinigt denn allein Naeman aus Syrien.

Und sie wurden voll Zorns alle, die in der Schule waren, da sie das hörten,

und standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn auf einen Hügel des Berges, darauf ihre Stadt gebaut war, daß sie ihn hinabstürzten.

Aber er ging mitten durch sie hinweg.

Johannes
Johannes ( 1912) im Buch nicht erwähnt

Technische Details

Balkendiagramm zum Jahr 31

Ort: Die Stadt Nazareth in Galiläa

Datum: Februar oder März 31

Vorgehensweise: Wir folgen nun Lukas

Hinweis zum Vorgehen: Nur Lukas berichtet über diesen Besuch in Nazareth

Reise nach Nazareth

Der Unglaube der Menschen seines Heimatdorfes Nazareth

Jesus, der Messias, in der Synagoge von Nazareth

Jesus, der Messias, in der Synagoge von Nazareth

Kommentar

Wir sind in Kafarnaum. Jesus, der Messias, beschließt, in sein Dorf Nazareth zurückzukehren. Er ist nicht mehr Jesus, der Zimmermann, sondern Jesus, der Messias. Diesen Wandel akzeptieren seine früheren Freunde und Nachbarn nicht. In Kafarnaum hatte er bereits Wunder vollbracht, doch die völlig anderen Verhältnisse in Nazareth behindern sein Wirken.

Die Lage eskaliert rasch: Die Gemüter erhitzen sich, und eine Lynchjustiz scheint unvermeidlich. Bevor das Unwiderrufliche geschieht, geht Jesus, der Messias, mit beeindruckender Sicherheit mitten durch die aufgebrachten Menschen und entfernt sich. An diesem Tag gingen sie am Heil vorbei, sicherlich ohne es zu merken.

Welch ein Unterschied zu den aus Sychar! Häufig begegnet dasselbe Problem: „, dann glauben wir an dich.“ Jesus, der Messias, ist kein Unterhaltungskünstler für die Wünsche seiner Mitbürger. Deshalb wurde der Sohn dieses Beamten geheilt, während diese Nazarener nichts sahen. Jesus wird im März 32 nach Nazareth zurückkehren können (siehe PER161), doch die Aufnahme wird ebenso kühl sein. Die Evangelien erwähnen keine weiteren Aufenthalte in seinem Heimatdorf, obwohl sie denkbar bleiben.

Der heute gebräuchliche Spruch „Ein Prophet gilt nichts im eigenen Land“ geht auf die von Lukas 4.24 zitierten Worte Jesu, des Messias, zurück. Derselbe Gedanke steht in Markus 6.4 und Matthäus 13.57. Er besagt, dass Propheten oder Menschen mit besonderen Fähigkeiten und Kenntnissen in der eigenen Heimat oder im eigenen Volk oft weniger geschätzt werden.