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Die Antichristen nach Johannes

Hier ist eine klare, gegliederte und treue Zusammenfassung dessen, was Johannes in seinen Briefen „die Antichristen“ nennt. Es ist ein Schlüsselthema seiner Theologie, und…

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Die Antichristen nach Johannes

Hier ist eine klare, gegliederte und treue Zusammenfassung dessen, was Johannes in seinen Briefen „die Antichristen“ nennt. Es ist ein Schlüsselthema seiner Theologie, und es entspricht ganz und gar nicht der einzelnen, zukünftigen Gestalt, die man in manchen apokalyptischen Deutungen findet.

? Die Antichristen nach Johannes

(1. Johannes und 2. Johannes)

Johannes ist der einzige Autor des Neuen Testaments, der das Wort (antichristos) ausdrücklich verwendet. Und seine Definition unterscheidet sich stark von der gängigen Vorstellung eines „weltweiten Supertyrannen“.

? 1. Es gibt nicht einen , sondern mehrere

Johannes sagt ausdrücklich:

„Viele Antichristen sind gekommen“ (1. Johannes 2.18)

Für Johannes meint man mit dem keine einzelne Gestalt, sondern ein vielgestaltiges Phänomen, das schon zu seiner Zeit gegenwärtig ist.

? 2. Die Antichristen sind schon in der Welt

Johannes betont:

„Schon jetzt gibt es viele Antichristen“ (1. Johannes 2.18)

„Der Geist des … ist jetzt schon in der Welt“ (1. Johannes 4.3)

Also: ✔️ es ist nicht zukünftig ✔️ es ist nicht eschatologisch ✔️ es ist eine gegenwärtige Wirklichkeit in der Geschichte der Kirche.

? 3. Die Bestimmung des durch die Leugnung Jesu

Johannes gibt drei sehr genaue Definitionen:

a) Wer leugnet, dass Jesus der Christus ist

„Wer ist der Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Der ist es, den man nennt.“ (1. Johannes 2.22)

b) Wer den Vater und den Sohn leugnet

„Wer den Vater und den Sohn leugnet, den nennt man .“ (1. Johannes 2.22)

c) Wer die Menschwerdung leugnet

„Jeder Geist, der Jesus Christus, im Fleisch gekommen, nicht bekennt, ist nicht aus Gott; es ist der Geist des .“ (1. Johannes 4.3)

Nach Johannes ist mit dem also kein politischer Tyrann gemeint, sondern: ein Lehrer, ein Gelehrter, ein religiöser Meinungsmacher , der die Identität Jesu entstellt.

? 4. Die Antichristen sind Abtrünnige: Sie gehen aus der Kirche hervor

Johannes berichtet:

„Sie sind aus unserer Mitte hervorgegangen, aber sie gehörten nicht zu uns.“ (1. Johannes 2.19)

Für Johannes ist mit dem kein äußerer Feind gemeint, sondern: ein früheres Mitglied der Gemeinde, das sich von ihr gelöst hat, indem es die Wahrheit über Jesus verwarf.

? 5. Mit dem ist ein Geist gemeint, nicht nur eine Person

Johannes spricht von:

„der Geist des “ (1. Johannes 4.3)

Es ist ein Einfluss, eine Ideologie, eine Lehrbewegung.

? Zusammenfassung: Die johanneische Theologie des Antichristen

Mehrere Antichristen

Schon im 1. Jahrhundert gegenwärtig

Abtrünnige aus der christlichen Gemeinde

Falsche Lehrer, die Jesus leugnen (Messias, Sohn, Fleischgewordener)

Ein Geist des Irrtums, kein politischer Tyrann

Eine geschichtliche und lehrmäßige Wirklichkeit, keine zukünftige Gestalt

? Schlussfolgerung

Für Johannes ist der Antichrist kein eschatologisches Individuum, sondern eine antichristliche Lehrbewegung, die in der Geschichte der Kirche bereits wirksam ist. Es ist eine theologische Kategorie, keine apokalyptische Gestalt.