Daniel 3 gehört in die Regierungszeit Nebukadnezars.
Daniel 6 spielt unter einer anderen Herrschaft und stellt Daniel selbst in den Vordergrund.
Trotz dieses geschichtlichen Unterschieds weisen beide Erzählungen zahlreiche gemeinsame Elemente auf.
In Daniel 3 werden die drei Gefährten Daniels bedroht, weil sie eine religiöse Handlung verweigern.
In Daniel 6 wird Daniel bedroht, weil er eine religiöse Praxis beibehält.
Die erste Erzählung betrifft also die Pflicht, eine Handlung auszuführen, die die Treue zu Gott verbietet.
Die zweite betrifft das Verbot, eine Handlung auszuführen, die eben diese Treue verlangt.
Die beiden Hauptformen des religiösen Zwangs sind damit vertreten.