Der unmittelbare Zusammenhang
Offenbarung 5 beschreibt die Übergabe des Buches an das Lamm.
Offenbarung 6 zeigt die schrittweise Öffnung der Siegel, von denen jedes ein geschichtliches oder kosmisches Ereignis auslöst. Die Szene der ist also der Ausgangspunkt der Offenbarung der Gerichte und der Endgeschichte.
Wann geschieht das?
Die Auslegungen sind je nach theologischer Tradition verschieden:
- Futuristische Sichtweise (klassisch evangelikal)
Die entspricht dem Beginn der Ereignisse der Endzeit.
Die Siegel lösen die apokalyptischen Gerichte aus, die der Wiederkunft Christi vorausgehen.
Diese Szene liegt also nach der Himmelfahrt Christi, aber ihre Erfüllung entfaltet sich in der künftigen Geschichte, in der „Zeit des Endes“.
- Historische Sichtweise (Historizismus)
Die Siegel stellen aufeinanderfolgende Zeiträume der Geschichte der Kirche dar.
Die beginnt schon mit der Auferstehung und der Himmelfahrt Christi und verläuft durch die gesamte Menschheitsgeschichte.
Hier wird Offenbarung 5 als eröffnende Vision der Autorität Christi über die Geschichte gesehen.
- Symbolische Sichtweise (Idealismus)
Das versiegelte Buch symbolisiert Gottes Plan für die gesamte Geschichte.
Die Öffnung durch das Lamm bedeutet, dass alles in Christus offenbart und vollendet ist, unabhängig von einer genauen Chronologie.
Diese Szene liegt also außerhalb der Zeit und zeigt die göttliche Souveränität über die gesamte Geschichte.
Lehrhafte Zusammenfassung
Geschichtlich: Die beginnt nach dem Sieg Christi (Auferstehung und Himmelfahrt).
Endzeitlich: Sie kündigt die Gerichte und die endgültige Erlösung an.
Theologisch: Sie offenbart, dass nur der gekreuzigte und auferstandene Christus würdig ist, Gottes Plan zu enthüllen und zu vollenden.
Aus diesen Gründen sind wir der Auffassung, dass diese Ereignisse noch bevorstehen, auch wenn sie angesichts der geschichtlichen Gegebenheiten, besonders derer, die das Land Israel betreffen, wahrscheinlich unmittelbar bevorstehen.